Attacke!

So.
Es muss wieder was geschehen.
Wie ihr wisst, habe ich in der Schwangerschaft kein LCHF mehr betrieben.
Das ging einfach nicht, weil mir ohne Kohlenhydrate und mit fettigem Essen super übel geworden ist.
Außerdem war ich mir auch nicht sicher, ob eine ketogene Ernährungsform in einer Schwangerschaft überhaupt gesund und sinnvoll ist. Ich wollte unserem Baby keinesfalls irgendwie schaden.

Angefangen hab ich ja damit, mehr Obst zu essen, dann kamen Kartoffeln, Nudeln und andere KH-lastige Lebensmittel hinzu. Irgendwann aß ich einfach frei Schnauze.
Also auch wieder Süßigkeiten, Kuchen, Eis, süße Getränke, Säfte etc.
Ich achtete schon einigermaßen darauf nicht völlig in einen Fresswahn zu verfallen, aber wirklich eingeschränkt habe ich mich nicht.
So bin ich in der Schwangerschaft auf 117,5 kg gekommen.

Mein mit LCHF erreichtes Niedrigstgewicht waren 97 kg. Diese Zahl habe ich aber nur kurz gesehen.
Als ich merkte, dass ich schwanger bin, lag mein Gewicht bei 99 kg.

Ich habe also 18,5 kg in der Schwangerschaft zugenommen.

Nach der Geburt von Yubaby lag ich bei 108-109 kg. Gar nicht schlecht, fand ich.
Allerdings hörte ich nach der Geburt nicht auf zu essen, wie in der Schwangerschaft.
Ganz im Gegenteil, ich futterte wie die Raupe Nimmersatt alles, was mir in die Quere kam.

Das lag zum einen daran, dass Yubaby so megaanhänglich war in der ersten Zeit.
Ich war ja nur noch mit Baby im Arm anzutreffen, oder mit einem auf mir schlafenden Baby.
In der Zeit bin ich überhaupt nicht zum Kochen gekommen. Auch nicht zum gescheit geplanten Einkauf.
Also habe ich „schnelle Dinge“ gegessen. Belegte Brote, Kekse, Kuchen, Cornflakes, Rosinenschnecken, TK-Pizza, Ravioli aus der Dose. So nen Schund halt. Aber auch immer Obst und Gemüse. Wenigstens das.

Als Yubaby dann „pflegeleichter“ wurde, kam auch wieder Zeit zum Kochen. Aber auch nur schnelle Gerichte.
So Sachen, die man in den Topf schmeißt und die sich dann im Prinzip alleine kochen. Chili con carne z. B. Oder diverse Currys.
Trotzdem aß ich weiter Zuckerscheiß, weil ich der Meinung war, ich bräuchte Nervennahrung.
Die Tage mit dem kleinen Baby waren anstrengend und ich redete mir ein, dass ne Tafel Milka da echt toll hilft
Oder Weingummis und Lakritze. Oder ne Rosinenschnecke vom Bäcker. Oder ein Riesenstück Mohnkuchen.

Ich sag’s an dieser Stelle einfach mal ganz deutlich: einmal Junkie, immer Junkie.

Und jeder Junkie wird immer wieder eine total plausible Begründung finden, warum er genau jetzt seine Droge braucht. Und warum er genau jetzt nicht gegen seine Sucht anarbeiten kann. Und eigentlich ist der Junkie ja auch nicht süchtig, er könnte jederzeit aufhören. Er muss seine Droge nicht nehmen, er will. Alles ist unter Kontrolle! Easy!

Meine Droge ist der Zucker.
Und ja, für mich ist es eine Droge. Ich verliere die Kontrolle wenn ich kh-reich und zuckerhaltig esse.
Beispiel: Cornflakes zum Frühstück – oder meinetwegen das so gesunde Müsli, oder auch Brot – haben bei mir zur Folge, dass ich spätestens eine Stunde nach dem Frühstück Heißhunger auf Süßigkeiten bekomme. Ich grase dann den Süßigkeitenschrank ab. Und ja, so lange es Süßigkeiten in diesem Schrank gibt, habe ich dann keine Ruhe.
Viele Leute sagen scherzhaft „Die Schokolade redet so lange mit mir, bis ich sie esse.“
Für mich ist das kein Scherz. Nur ist es nicht die Schokolade, die mich anregt, sie zu essen, sondern ich bin es selbst. Ich kann damit einfach nicht um. Es ist wie ein Zwang, die Schokolade zu essen. Selbst wenn weder Hunger noch Appetit da sind. Ich will sie essen, einfach weil sie da ist. Auch über „satt“ hinaus, sogar bishin zu „mir ist schlecht, aber das letzte Stück geht noch“.
Klingt ziemlich nach Sucht, oder? Eben.

Jedenfalls hat mir diese Maßlosigkeit weitere 5,7 kg beschert. Ich habe mich seit der Geburt auf 114,7 kg hochgefressen. Ja, gefressen. Kann man ja wohl nicht anders sagen.

Und jetzt reicht es mir. Ich habe mir eingestanden, dass ich eben nichts, so gar nichts, unter Kontrolle habe, sondern meiner Sucht wieder einmal aufgesessen bin.
Am letzten Mittwoch war der Tag der Wahrheit. Ich bin auf die Waage gestiegen. Und hab da die schon erwähnten 114,7 kg prangen sehen, die ich eigenlich nie wieder sehen wollte.

Seit Donnerstag esse ich nun wieder LCHF und es bekommt mir gut. So gut.
Die Heißhungerattacken sind weg. Ich frühstücke und bin 5, 6 Stunden satt, ohne auch nur an Essen zu denken.
Meine Güte, das ist so befreiend und beruhigend.
Herr Yu und ich haben einen Essensplan für die ganze Woche aufgestellt und danach eingekauft.
Ich koche wieder täglich frisch und lecker und das Essen schmeckt hervorragend.
Was will man mehr?

Also Freunde, ich greife wieder an. Hochoffiziell.
Mittwochs wird hier nun immer der Gewichtsstand verkündet.

Ich habe auch tatsächlich keine Ahnung, was ich jetzt wiege. Ich bin seit Mittwoch nicht wieder auf die Waage gestiegen. Ich werde mich an den wöchentlichen Wiegetag halten und mich nicht zwischendurch wiegen.
Auch das ist befreiend. Echt. Ich möchte erst mal wieder richtig bei LCHF ankommen und mir nicht durch etwaige Schwankungen das gute Gefühl versauen.

Herr Yu ist beauftragt gleich noch ein „Vorher“-Foto von mir zu knipsen. Ich will es diesmal richtig angehen.
Von Anfang bis Ende.

Wäre toll, wenn ihr mich dabei weiter begleitet! ❤

Hypochondrus Saurus Rex

Ich war ja schon immer etwas hypochondrisch veranlagt.
Kopfschmerzen werden bei mir schon mal schnell zu einem Hirntumor hochgedacht, das Ziehen im Rücken ist bestimmt eine schwere Nierenbeckenentzündung und das Kribbeln im kleinen Zeh eine bis dato unbekannte Krankheit, die nach mir benannt werden wird und wegen welcher mir das komplette Bein amputiert werden muss.

Ich kann nichts dafür. Symptome, die Andere als Zipperlein abtun, starten in meinem Kopf einen Katastrophenfilm, dessen Ausgang ungewiss ist. Meistens endet er aber mit meinem Dahinscheiden oder zumindest mit einem langen Krankenhausaufenthalt, der ein Ärzteteam wie das aus der Serie Dr. House erforderlich macht.

Wenn die Kopfschmerzen dann verschwinden, mach ich mich über mich selbst lustig und frage mich, wieso ich mich wieder mal so reingesteigert habe.

Nun, ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass für jemanden wie mich eine Schwangerschaft 40 Wochen absolute Paranoia bedeutete.

Angefangen bei der ersten Untersuchung beim Gynäkologen, bei der die Schwangerschaft bestätigt wurde.
„Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger. Beachten Sie bitte dies und das bei der Ernährung, ach ja und nehmen sie eigentlich schon Folsäure?“
„Ähm nee.“
„Hm, ja sollten Sie aber. Ich empfehle immer schon damit anzufangen, wenn der Kinderwunsch besteht. Also noch vor der Schwangerschaft. Folsäure ist wichtig für die Entwicklung des Nervensystems und verhindert einen so genannten ‚offenen Rücken‘.“

Und schon saß ich zu Hause und machte mir Gedanken, weil ich meinem Baby fünf Wochen das gute Zeug vorenthalten hatte bzw. fragte mich, ob das wohl schädlich gewesen sein konnte.

Und so ging das dann weiter. Jedem Ultraschall wurde entgegen gefiebert, weil es so toll ist, das kleine Menschlein live zu sehen und immer begleitete mich der Hintergedanke „Hoffentlich ist alles in Ordnung!!“

Dann waren irgendwann die ersten Tritte zu spüren. Yay! Aber wehe, wenn dann mal ein paar Stunden Ruhe im Yubababauch war.
„Baby, los beweg Dich!“ *in den Bauch pieks*
Oder aber das Baby bewegte sich unglaublich viel. „Wieso ist die Kleine so unruhig? Ist das normal!?“

Ja. Ist es. Die einzige, die nicht ganz normal ist, bin ich.

Gegen Ende der Schwangerschaft dachte ich nur „So langsam kann die Kleine mal ruhig auf die Welt kommen, dann muss ich mir nicht mehr so irre Gedanken machen.“
HAHAHA!!!
Da hab ich die Rechnung aber ohne mich und mein Katastrophengehirn gemacht.

Seitdem Yubaby auf der Welt ist, haben meine Ängste eine völlig neue Dimension angenommen.

Das fing in der ersten Nacht im Krankenhaus an. Yubaby schlief und ich saß mit mangagroßen Augen da, beobachtete jede Zuckung und horchte genau auf jeden Atemzug.
„Ist das normal?!“
Ok, ich denke, das kennen die meisten frisch gebackenen Mütter. Alles ist neu und auf einmal hat man die Verantwortung für ein hilfloses, kleines Wesen, das auch noch so wunderhübsch (jedenfalls in den eigenen Augen) und so zerbrechlich aussieht.

So und dann wird alles hinterfragt
„Sie niest so viel, ist das normal?“
„Sie spuckt manchmal, ist das normal?“
„Was wenn das Bäuerchen partout nicht kommt?“
„Ist diese Stuhlfarbe normal?!“
„Oh mein Gott, sie hat einen Schnupfen und schon drei mal gehustet in 24 Stunden.“
„Sag mal, fühlt Yubaby sich warm an? Sie hat doch wohl kein Fieber?!“

Keine Angst, ich behandle Yubaby nicht wie ein rohes Ei, schotte sie nicht ab, drehe nicht durch, werde auch nicht zur hysterischen Helikoptermama, die das Kind in eine Wolke aus Sagrotan hüllt und alle Menschen im näheren Umfeld zum Tragen eines Mundschutzes verdonnert. Nein, wirklich nicht.
Sagrotan gibt es in unserem Haushalt gar nicht (würde sich auch gar nicht mit den Wollmäusen vertragen, die hier die Herrschaft an sich gerissen haben) und auch keinen Mundschutzvorrat.

Ich bin jetzt auch schon viel gelassener als in den ersten Tagen, aber es braucht halt seine Zeit, bis man ein Gefühl dafür bekommt, was bei einem Säugling normal ist und was nicht.

Und ich verstehe nun endlich Mama Yu, die mir immer prophezeit hat „Warte mal ab, wenn Du eigene Kinder hast. Dann wirst Du verstehen, dass man sich immer Sorgen um sie macht. Egal wie alt sie sind.“

Sie sollte – wieder einmal – recht behalten. 😉

*räusper*

Hab heute mal Staub geputzt und dabei diesen süßen kleinen Blog wieder gefunden.
*schäm*

Ist es tatsächlich schon zwei Monate her, seitdem ich hier den letzten Beitrag veröffentlicht habe?
Unfasslich! Liest hier denn überhaupt noch wer bzw. „wartet“ darauf, dass sich hier mal wieder was tut?
Ich weiß auch gar nicht, wie so viel Zeit blogfrei vergehen konnte.
Immer wieder hab ich mir gesagt „morgen schreibst Du mal wieder was“ und dann, ja dann fiel mir nichts ein.
Morgen war vorbei und ich dachte mir „na dann halt morgen!“ und mir fiel wieder nichts ein.

Also, falls hier noch jemand hinstolpert: Ja, ich lebe noch. Und es geht mir gut.
Ich bin mittlerweile in der  37. Schwangerschaftswoche.
Holla! Da bin ich selbst immer wieder drüber erstaunt, wie ratzifatzi die Zeit umgegangen ist.
Seit Ende Oktober bin ich auch zu Hause und arbeite nicht mehr. Erst hab ich meinen ganzen Resturlaub abgebummelt und der ging dann nahtlos in den Mutterschutz über.
Die erste Woche zu Hause war ganz schön komisch. Auf einmal so viel Zeit zu haben. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Und ich hatte auch noch genug zu erledigen und vorzubereiten, damit unser Babylein auch in ein „fertiges“ Zuhause einziehen kann.
Vor dem Mutterschutz, mit der Vollzeitarbeit und den 3 Stunden Pendelei jeden Tag, hatte ich abends kaum Lust noch großartig was zu erledigen. Ich war dann auch gut schlapp.
Aber dann, aber dann. Das Kinderzimmer haben wir eingerichtet, ich hab Babysachen gekauft und dabei immer wieder „oh nein, wie niedlich ist das denn?“ gequietscht, wenn ich besonders tolle Teile entdeckt habe.
Wir haben aber auch sehr viel geschenkt bekommen, sodass der Megakaufanfall ausblieb. Da muss man echt aufpassen.
Ich bin ja sonst echt eine Einkaufshasserin, aber bei Babysachen klinkt irgendwie doch was aus, weil das alles so unfasslich niedlich aussieht. Und so klein. Und so so so niedlich (Sagte ich das schon?)
Hätte ich nie gedacht, dass es mir mal so gehen könnte beim Einkaufen, aber da ist der Nestbautrieb wohl stärker. 😀

 

Unsere Baby-Yu entwickelt sich auch super und so langsam sieht es echt unheimlich aus, wenn mein Bauch Beulen wirft, weil die Kleine sich bewegt.
Apropos Bauch: mittlerweile schiebe ich ne ganz schöne Kugel vor mir her.
Trotzdem gibt es noch Leute, die offensichtlich spekulieren, ob ich einfach nur fett bin oder evtl. tatsächlich schwanger…
Haja, lasse redn. 😀
Ihr könnt Euch ja ein eigenes Bild machen:

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Ganz schön krass, was? Und meiner Meinung nach eindeutig ein Schwangerschaftsbauch. 🙂

Gewichtsmäßig bin ich jetzt so bei +16kg.
Ich find das echt noch im Rahmen.

Nun ja, so langsam sind die Yus jedenfalls echt aufgeregt, weil der große Tag immer näher rückt und mittlerweile könnte es ja auch jederzeit losgehen. Buhaaaa. Und dann sind die Yus plötzlich zu dritt.

Ich werd bekloppt. 😀

 

Schwangersein und so

Schon wieder Schwangerschaftsthemen.
Mensch, Mensch. Aber ihr versteht sicherlich, dass dies momentan das bestimmende Thema in unserem Leben ist.
Über Ernährungstipps und abnehmen kann ich gerade schlecht schreiben, da geht ja nix in diese Richtung. 😀

Deswegen wollte ich euch mal einen aktuellen Stand zur Yuschen Schwangerschaft und allem was dazu gehört geben.

Kennt ihr das? Wenn ihr euch mit einem Thema beschäftigt, dann seht und hört ihr plötzlich nur noch Dinge zu genau diesem Thema?
Also zum Beispiel, ihr wollt ein neues Auto kaufen von Marke XY und plötzlich seht ihr überall nur noch Autos genau dieser Marke.
So ist das mit dem Schwangersein auch, hab ich festgestellt.
Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, sah ich überall nur noch Babybäuche. Die ganze Stadt schien schwanger zu sein.
Selbst die Männer! Aber Männerbabybäuche sind noch mal ein anderes Phänomen… 😉

Dann habe ich angefangen mich mit Kinderwagen zu beschäftigen. Ich konnte plötzlich auf ca. 368m Entfernung sagen, um welchen Kinderwagen, welche Marke und welche Serie es sich handelte.
Da wir von den Preisen für „gute“ Kinderwagen leicht schockiert waren, war uns schnell klar, dass wir nach gebrauchten Wagen schauen würden. Und da sind wir dann auch fündig geworden und haben einen Kinderwagen für weniger als die Hälfte des Neupreises bekommen.
Dass der Wagen gut in Schuss ist und wie neu aussieht, ist klar, ne. Die Yus werden ihr Babylein bestimmt nicht in einem abgeranzten Bollerwagen durch die Gegend karren. 😀

So langsam schauen wir uns nach Babymöbeln um. Und auch da sitzen wir oft prustend vor dem Laptop oder stehen ungläubig glotzend im Geschäft und stammeln: „899 Euro für eine Wickelkommode? Leute, ernsthaft?“
Also werden wir auch hier auf Schnäppchenjagd gehen. Der schwedische Teelichtfachhandel, bei dem es auch immer Hot Dogs gibt, hat auch schöne Möbel. Ich glaub dem Baby wird es egal sein, ob das Bett, in dem es schläft, aus massiver, gelaugter Eiche im Treibgut-Look schläft oder in einem günstigen, aber stabilen und bequemen Bett.

Bei der Planung unserer Hochzeit im letzten Jahr hab ich schon gedacht: „Altobelli, was steckt da eine krasse Industrie hinter?!“
Da hieß es dann immer: „Aber es soll doch auch ein besonderer Tag für Sie werden, oder? Also wenn Sie da an XY sparen, dann ärgern Sie sich hinterher.“
Beim Kinderkriegen ist es eher: „Aber Sie wollen doch das Beste für Ihr Kind, oder?! Also da sollte es schon das Kinderzimmer HorstKevinSchantall für 2.999,- sein. Wenn Sie dann noch die Wickelauflage JeremyJayden dazu kaufen, geben wir Ihnen diesen Satz Lätzchen im Wert von 15,99,- gratis dazu!“
Voll mies oder? „Sie wollen doch das Beste für Ihr Kind?!“
Äh ja. Aber ich will dem Kind dann auch gerne noch Anziehsachen und was zu Essen anbieten können. Wäre auch nicht schlecht, wenn Mama und Papa Yu nach dem Kauf eines Babyzimmers nicht gleich Privatinsolvenz anmelden müssten.

Überhaupt, mit was man sich plötzlich alles befassen muss.
Stillen oder Nichtstillen?
Hast Du schon einen Flaschenwärmer?
Kauf Dir bloß ne groooooße Wickeltasche.
Bald ist Babybasar. Kommste mit. (Argh 100.000 hormonisierte Frauen im Kaufrausch und ich mittendrin? Wah! Alptraum!)
Wo wollen Sie Ihr Kind bekommen?
Wie wollen Sie gebären?
Haben Sie schon über eine ambulante Geburt nachgedacht?
PDA ja oder nein?
Wassergeburt?
Dann kommen wiederum diese Stimmen: „Ach, machen Sie sich nicht zu viele Gedanken zu dem Thema, es kommt sowieso alles anders. Geburten sind nicht planbar.“
Und wie bei allem anderen, was man in seinem Leben so tut, gehört natürlich auch Papierkram dazu.
Hier anmelden, da anmelden, dies beantragen, Bescheinigungen vorlegen, Termine machen. Wenigstens auf die Gleichmäßigkeit der Bürokratie ist Verlass. 🙂

Aaaaber: das schöne ist, man weiß für wen man es tut. Für das kleine Wesen in meinem mittlerweile recht stattlichen Bauch, das strampelt und holtert und poltert. Für das kleine Menschlein, dass besonders gerne abends, wenn ich im Halbschlaf bin, anfängt zu turnen.
Da ich hingegen, laut Erzählungen von Mama und Papa Yu, ein unglaublich fauler Bauchbewohner war, habe ich Herrn Yu schon gesagt, dass Baby Yu wohl nach ihm kommen muss. Der Bewegungsdrang ist echt enorm. 🙂

Die letzte Untersuchung ist gerade ein paar Tage her und dem Baby geht es prächtig. Und falls ihr es wissen mögt: es wird ein Mädchen.
Haben nun schon zwei Ärzte bestätigt, also glauben wir es mal. 😀

Ich sehe übrigens mittlerweile so aus:

Bauch

Mein Gewicht heute Morgen frisch gewogen liegt bei 110 kg.
Ich war ja mal auf 98,5 runter vor der Schwangerschaft, aber dann hatte sich das Gewicht ja bei 99 kg eingependelt.
Dann erfuhr ich, dass ich schwanger bin. Von diesem Gewicht gehe ich nun bei meiner Zunahme aus.
Das macht, Achtung Mathegenie am Werk, 11 kg Zunahme bisher. Ich bin jetzt in der 27. Woche, also im 7. Monat.
Und ich habe tatsächlich nur am Bauch (und Hintern) zugenommen. Im Gesicht hat sich bisher nichts verändert.
Trotzdem gibt es nette Menschen, die auch bei Schwangeren ihr loses Mundwerk nicht halten können.
So wurde mir mitgeteilt, dass eine Bekannte, nachdem sie mich vor kurzem sah, lostratschte: „Ist die Yu jetzt einfach wieder dick geworden oder kommt das tatsächlich von der Schwangerschaft?“
Muhaha, ich bin gar nicht schwanger, ich fresse einfach nur. *Augen roll*

Apropos: Ernährungsmäßig ist mittlerweile bunte Mischkost angesagt. Mit viel Obst und Gemüse.
Ich habe unbändigen Appetit auf Clementinen. Die könnte ich netzeweise verschlingen. Aber noch gibt es nicht so viele leckere.
Viele sind noch hart und sauer. Ich freu mich auch schon auf saftige Apfelsinen. Aber die sehen momentan auch noch nicht so deliziös aus.
Aber auch alles andere an Obst ist gerade hoch im Kurs. Mangos vor allem.
Paprika, Tomaten und Gurken gehen auch immer.

Dann hatte ich plötzlich mordsmäßig Lust auf Pumpernickel. Ja, Pumpernickel. Leute, ich weiß es doch auch nicht.
Allerdings krieg ich davon so schlimmes Sodbrennen, dass ich das wieder sein ließ. Da halfen nicht mal mehr die netten Mandeln von nebenan.

So, das also erst mal zu mir bzw. uns. 🙂
Ist was länger geworden. Ha ja. Da müsst ihr durch. 😉

Meine neuen besten Freunde

Ich habe neue beste Freunde, ja.
Und weil ich eine undankbare Yu bin, esse ich sie einfach auf.

Die neuen Kollegen heißen Mandeln.
Nein, ich habe die Mandeln nicht jetzt erst entdeckt, aber sie retten mich gerade jeden Tag auf’s neue.

Der kleine Mensch in meinem Bäuchlein Bauch sorgt nämlich gerade dafür, dass ich massiv Sodbrennen habe.
Jeden Tag. Egal was ich esse: keine KH, mäßig KH, viele KH, viel Fett, wenig Fett, viel Eiweiß, wenig Eiweiß, alles in diversen Kombinationen oder auch gar nix.
Das Sodbrennen bleibt.

Herr Yu schwört ja auf nen Schluck Milch gegen Sodbrennen. Aber das half mir gar nicht. Es brannte fröhlich weiter.

Und dann fiel mir das Internet ein und weil das Internet schlau ist, hab ich da mal nach Tipps gesucht, was man als Schwangere wohl so tun kann gegen das eklige Brennen im Magen und Hals.
3-5 Mandeln zerkauen, ganz fein, bis es breiig wird im Mund und dann schlucken. Hieß es da unter anderem.
Und tatsächlich es hilft! Eine Wonne!

 

Habt ihr auch so Hausmittelchen, die Euch immer wieder -auch unschwanger- helfen?
Die Mandelsache werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

Der Storch ist multilingual

Nachdem ich mich ja hier letztens schon über die großartigen Sprachgepflogenheiten im Berufsalltag ausgelassen habe, durfte ich mittlerweile lernen, dass es auch in anderen Lebensbereichen besser ist, Grundkenntnisse der englischen Sprache zu haben.

Die Yus waren beim sogenannten „Storchenabend“. Das ist eine Veranstaltung des hiesigen Krankenhauses, bei der werdende Eltern sich informieren lassen und umsehen können.
Man bekommt die gynäkologische Station gezeigt, darf mal in die verschiedenen Kreißsäle linsen und lernt einige der Ärzte, Hebammen und Schwestern schon mal kennen – naja wenigstens flüchtig.

Dieser Abend war wirklich informativ und interessant und die Einrichtung der Kreißsäle hat mir ein wenig den Horror genommen.
Ich hab mir da immer so weiß gekachelte Abscheulichkeiten Marke Schlachterei drunter vorgestellt und war jetzt von der warmen und farbenfrohen Einrichtung sehr übrerrascht.

Jedenfalls gab es erst einen halbstündigen Vortrag über das Krankenhaus, die dort angewandten Methoden und die Ausstattung.
Und dann habe ich einiges gelernt: was man früher mal unter einem „Familienzimmer“ verstanden hat, also wenn der Vater mit der Mutter und dem Baby im Krankenhaus übernachten möchte, wird heute unter dem Begriff „DaddyInn“ geführt.
Klingt doch gleich nach Urlaub, Spaß und Kuscheligkeit, oder? So wie Holiday Inn. Alles flauschig!

Wenn man als frisch gebackene Mutter mal Ruhe braucht und erst mal nicht so viel Besuch sehen möchte, gibt es das sogenannte „Rooming In“.
Was eigentlich nichts weiter heißt, als dass man sich mal ein wenig abschotten und zurückziehen kann.

Die angeschlossene Kinderintensivstation mit ihrer Ausrüstung ist nicht etwa eine Eigenschaft oder ein Vorteil des Krankenhauses, sondern ein „Feature“ geworden. Überhaupt gibt es nur noch Features.

Die Mutter-Kind-Bindung läuft nun auch unter dem Begriff „Bonding“. Macht auch nen Unterschied, ob man nun Bindung oder Bonding sagt, näch.

Herr Yu und ich sind kichernd vom Krankenhaus zurück spaziert und haben uns köstlich darüber amüsiert. 😀

 

Na, wenn das kein Glück bringt

Anlässlich unserers ersten Hochzeitstages plante Herr Yu einen Tagesausflug an die Nordsee.

Kurzer Ausflipper für Zwischendurch: WAS? JA! Es ist schon wieder ein Jahr her, dass wir „Ja“ gesagt haben. Wahnsinn.

Wo waren wir? Ach ja, der Tag am Meer.
Nur wir zwei, die See und gefühlte 1.000 Kite-Surfer.
Wir verbrachten einen entspannten Tag in Scheveningen, spazierten die Promenade entlang, guckten aufs Meer, guckten Leute, guckten Möwen und ließen uns den Wind um die Nase wehen.

Ich stellte fest, dass meine Kondition doch arg gelitten hat die letzten Monate. Klar, so wenig Sport wie ich die letzten Wochen gemacht habe.
Radfahren und Spazieren – das sind die einzigen Aktivitäten, die halbwegs regelmäßig stattfinden, seitdem ich schwanger bin.
Das ist natürlich nicht mehr mit dem Fitnessstudio-Pensum zu vergleichen, dass ich vorher absolviert habe.
Das soll es aber auch gar nicht sein. Hauptsache Frau Yu bleibt irgendwie in Bewegung. Mein Kreislauf gibt sowieso nicht mehr her im Moment. 😀 Der dritte Stock, den wir ja bewohnen, verlangt mir schon alles ab momentan.

Zweiter kurzer Ausflipper für Zwischendurch: Oh Schande, wie soll das erst werden, wenn ich mal im 8. oder 9. Monat bin? Kein Aufzug weit und breit! Argh. Hab Herrn Yu schon gebeten, einen Flaschenzug am Balkon anzubringen, aber er nimmt mich da irgendwie nicht ernst.

Äh, wo war ich? Ach ja meine Kondition.
Das Amstrandspazieren war schon ganz schön anstrengend, fand ich. So auf Sand laufen ist doch fordernder als über Asphalt zu bummeln.
Naja, so begab es sich, dass wir öfter mal Rast auf den Bänken machten, die in regelmäßigen Abständen die Promenade zierten.

Und als wir da so saßen, den Kite-Surfern zusahen und an nix bestimmtes dachten, machte es PLATSCH.
Eine Möwe hat mich – entschuldigt meine Wortwahl – volle Möhre angeschissen. Auf den Ärmel ganz genau. Immerhin nicht auf den Kopf oder sonstige freiliegende Körperteile. (Da fragt sich der geneigte Leser, welche Körperteile Frau Yu wohl  frei gelegt hatte… höhö. Die Hände meine Lieben, die Hände. 😀 )

Nachdem ich erst „Iiiiieh“ gequiekt, mich dann über die Konsistenz von Möwenkacke gewundert und anschließend alles mit einem Taschentuch weggeputzt hatte, beschloss ich, dass das ja wohl Glück für die nächsten 100 Ehejahre bringen muss. Mindestens.

Immerhin hat die Möwe mich ganz gezielt ausgwählt unter den 1.000 Surfern und 3.000.000 anderen Promenadenbummlern. 🙂

 

Ach, Herr Yu, Danke für den schönen Tag. :-*

Ich habe zugenommen

Ich habe zugenommen. Ja. Ich bin wieder über die 100 geklettert.

Wahrscheinlich denkt ihr nun „Oh oh, ob die Frau Yu nicht ausflippt deswegen? Wo sie so lange dafür gekämpft hat, ein Uhu zu werden?“
Ich kann Euch beruhigen. Ich bin vollkommen entspannt. Der Grund für meine Zunahme ist nämlich kein Kontrollverlust und kein Fressflash.

Der Grund für meine Zunahme ist ein Wunder. Ein Wunder, das seit 20 Wochen in mir wächst.
Ja, die Yus werden Eltern. 🙂

Ich habe lange (wie man merkt) überlegt, ob ich hier darüber berichten soll.
Aber spätestens nachdem Mario letztens in einem der Kommentare fragte, was denn meine Abnahme so macht, hab ich mir gedacht, dass ich dieses Geheimnis nicht ewig hüten kann. Spätestens wenn ab Ende Dezember auf einmal ein Baby in meinen Berichten auftaucht würdet ihr Euch doch arg wundern, oder? 😉
Dieses Geheimnis war auch der Grund, warum ich hier so wenig geschrieben habe. Ich wusste einfach nicht, worüber ich sonst schreiben sollte, weil sich bei uns natürlich plötzlich so ziemlich alles um das Thema Schwangerschaft drehte.

Ich bin nun also am Ende des 5. Monats und ich habe bisher 7 kg zugenommen.
Ganz schön viel, ich weiß. Aber das hat mehrere Gründe.
Die ersten Wochen hatte ich mit Ekelanfällen zu tun. Keine Morgenübelkeit mit Brecherei oder so, aber plötzlich haben mich viele Lebensmittel regelrecht angewidert. Alles was ich vorher gerne und regelmäßig aß, ätzte mich an. Allein der Gedanke an diese Lebensmittel weckte in mir den Wunsch loszureihern.
Dazu gehörten dummerweise alle „fettigen“ Lebensmittel, die ich bei LCHF ja mit Wonne gegessen habe. Nun ekelten mich Butter, Eier, Bacon, Nüsse, Sahne, Quark, Fleisch usw. so sehr an, dass ich sie nicht nur vom Speiseplan, sondern auch erst mal aus meinen Gedanken strich. Der Würgreflex war zu groß.
Eine Zeit lang gingen dann nur „trockene Lebensmittel“ wie Toast, Nudeln und Kartoffeln.
Zudem Obst. Obst war plötzlich ganz oben auf der Hitliste.

Und so hab ich dann auch gegessen. Einfach das wonach mir der Sinn stand. Das hat sich manchmal zwei Minuten vorm Essen entschieden. Ich konnte immer genau sagen, was ich nicht essen wollte, weil sich allein beim Gedanken daran der Magen umdrehte, aber nicht, worauf ich Appetit hatte, bis dann ganz spontan die Lust auf ein bestimmtes Essen da war.
Oft hat Herr Yu dann noch schnell ne SMS bekommen, kurz bevor er von der Arbeit heim kam, in der „Miracoli bitte“ oder „Bringst Du Erdbeeren mit?“ stand.

Klar, dass ich bei so einer krassen Ernährungsumstellung dann erst mal zunehme.
Aber die Zunahme erfolgte nicht schlagartig, sondern stetig, über die ganzen Wochen verteilt. Und ich habe auch nicht rumgefressen, sondern immer ein Auge darauf gehabt, nun nicht plötzlich Millionen Kalorien am Tag zu verspachteln.

Mittlerweile ist die Ekelphase glücklicherweise vorbei. Ich esse nun ein ziemlich moderates LCHF. Das bedeutet, die LCHFigen Lebensmittel, aber ich setze mir keine KH-Grenze. Ich esse sehr viel Gemüse und achte da auch nicht drauf, ob ich jetzt Paprika für 12 oder 36 g KH gegessen habe.

Und wenn ich z. B. unbedingt mal ne Laugenbrezel will, oder ne Scheibe Vollkornbrot, dann gibt es die auch.
Mein Gedanke ist auch einfach: dem Baby wird nichts vorenthalten. Und schon gar keine Vitamine aus leckerem Gemüse und Obst.

Abnehmen kann ich später immer noch.
Ich versuche nun nur, nicht zuzunehmen wie hulle.
Allein schon um nicht plötzlich in einen Diabetes zu rutschen oder so.

Und nun mal von dem ganzen Zunehm-Ess-Würg-Appetit-Thema abgesehen, es geht mir blendend. Und dem kleinen Bewohner in meinem Bauch auch.

Und das ist das Wichtigste. ❤