Es ist wie es ist.

Ich schäme mich etwas.
Dafür, dass ich hier so still bin.
So lange keine Updates, nicht mal die Links zu den Tellerspionen.
*hier schweres Seufzen einfügen

Es ist immer noch ziemlich stressig bei mir und mir fehlt es irgendwie immer an Zeit.
(Wie machen das andere nur? Wie?)
Und da kippt leider das Bloggen immer wieder hintenrüber. Auch weil mir, wenn ich dann mal Zeit habe, die Ideen fehlen.

Das alles macht mich ziemlich traurig und gleichzeitig stresst es mich.
Immer der Gedanke „Du MUSST wieder mal was schreiben.“
„Du MUSST MUSST MUSST!“
Und ich bin ganz ehrlich: das nervt mich. Ich kann es im Moment einfach nicht.

Trotzdem bleibt es immer im Hinterkopf, dass der Blog so vor sich hinvegetiert.
MEIN BLOG! Der mir immer viel bedeutet hat und der mir SO geholfen hat.

Aber wie ich es im Titel schon schrieb: es ist wie es ist.
Ich kann es im Moment nicht ändern und deswegen habe ich den Entschluss gefasst hier einmal „offiziell“ zu schreiben, dass in nächster Zeit keine Beiträge kommen werden.
Ich werde den Blog NICHT löschen. Auf keinen Fall (wie Klein Yu zu sagen pflegt).
Aber ich möchte, dass ihr wisst, dass es mir gut geht, ich weiterhin LCHF lebe  und wir alle gesund und munter sind.

Ich möchte nur einfach auch keine halbherzigen Pseudobeiträge raushauen, nur damit hier was geschrieben wird.
Ich hoffe, es kommt die Zeit, dass die Ideen wieder aus mir raussprudeln und ich wieder vom „Du MUSST was schreiben“ zum „Du WILLST jetzt unbedingt was schreiben“ komme, so wie es in der Vergangenheit war.

Es gab hier so viele Beiträge, die mir SO wichtig waren.
Die mir so geholfen haben.
Zum Beispiel, als ich beschrieben habe, wie alles angefangen hat. Ganz am Anfang, als ich noch WW machte.
Oder als ich darüber geschrieben habe, was ich mir schon für Beleidigungen anhören musste.
Ganz wichtig war es für mich auch, Herrn Yu, das Stoffwechselmonster und mich mal genau zu analysieren.
Ihr lieben Leserleins habt an vielen in meinem Leben teilgenommen. So indirekt.
An meiner Hochzeit. An Klein Yus Geburt.
Ihr habt miterlebt, wie ich vom Schlafmangel fast verrückt geworden wäre und wie ich zum ersten Mal seit Jahren auf einem Skateboard stand.
Ach und noch so vieles mehr! So viele vorher/nachher Vergleiche. So viele Meilensteine.
Alles wichtige Erlebnisse in meinem Leben, die ich gerne mit euch geteilt habe.

Ich werde wieder kommen. Das weiß ich. Nur im Moment passt es einfach nicht.

Und auch auf die Gefahr hin, dass das hier klingt, wie das „Große Goodbye forever“, möchte ich mich jetzt einfach mal bei euch bedanken.
Dafür, dass ihr mich schon so lange begleitet und an meinen Eskapaden teilgenommen habt.

Danke ! ❤

 

Und um es mit Paulchen Panther zu sagen: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage!“

 

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Habbichnichmehr!

Ich steche nicht mehr aus der Masse heraus.
Ich bin nicht mehr die Dickste im Raum.
Ich frage nicht mehr Herrn Yu bei jeder Gelegenheit „Bin ich dicker als die Frau da?“
Ich habe keine Angst mehr, mich in Stühle mit Lehnen zu setzen.
Ich habe keine Angst mehr, dass Stühle unter mir zusammen brechen.
Ich  muss mich nicht mehr sorgen, dass ich Klein Yu nicht vom Klettergerüst runter bekomme.
Ich muss nicht mehr mit der Scham umgehen, dass der Flugzeuggurt zu kurz ist.
Ich pruste nicht mehr nach 2 Treppenabsätzen.
Ich habe keine Schmerzen mehr, wenn ich länger als 15 Minuten stehe oder gehe.
Ich muss mich nicht mehr irgendwo festhalten, wenn ich vom Boden aufstehen möchte.
Ich habe keine Angst mehr vor aktiver Freizeit mit Freunden.

Es ist alles anders und doch schon völlig normal geworden.
Ich sollte das viel öfter wertschätzen.

Vom Fressen und Gefressenwerden

Abnehmen ist ganz einfach.
Iss weniger als du verbrauchst. Fertig.
Doch leider gibt es Komponenten, die nicht in so eine simple Gleichung integriert werden können.
Wie zum Beispiel das Gefressenwerden.
Von innen heraus.
Von Gefühlen.

Ich rede vom emotionalen Essen. Das ist nach all der Zeit noch immer ein riesengroßes Thema für mich und das merke ich aktuell ganz deutlich.
Ich bin ein Mensch, der gerne in seinen gewohnten Strukturen agiert.
Neuerungen mag ich nicht besonders.
Ich mag Routinen und Beständigkeit.
Doch das Leben ist nun mal nicht Routine und Gleichform, sonder ein Auf und Ab, ein Hin und Her, ein Kreuz und Quer.

Das macht meinem kleinen Yubababrain gar keinen Spaß.
Wenn an einer Stelle in meinem Räderwerk rumgefummelt wird, kommt alles andere durcheinander.
Und das schlägt sich immer noch und immer wieder in meinem Essverhalten nieder.
Kommen große Gefühle, ob positiv oder negativ, auf mich zu, verliere ich den Boden unter den Füßen.
Und um den Boden wieder zu finden bzw. um irgendwas zu finden, was mich wieder erdet, fange ich an zu essen.

Das klingt bescheuert und abwegig, aber es ist meine Strategie mit Gefühlen fertig zu werden, die mich übermannen.
Manche wenden sich dem Alkohol zu, wenn sie unter Druck stehen, andere suchen ihre Erfüllung im Kaufrausch, wieder andere kiffen oder treiben sonst was, ich fange an zu essen.

Ich war eine ganz schön lange Zeit befreit von diesem Verhalten. Ich hatte beinahe vergessen, dass es diese „Automatik“ in mir gibt.
Aber in den letzten Wochen hat sie wieder voll durchgeschlagen. Ich habe gegessen, um zu kompensieren.
All die negativen Gedanken und Gefühle, die sich in mir auftürmten wollte ich auffressen.

Friss, was dich auffrisst!

Doch damit ist Schluss. Jetzt sofort.
Das Rumgefresse löst meine Probleme nicht. Ganz im Gegenteil.
Ich fühle mich dann zusätzlich noch verfressen, undiszipliniert, fett und faul.
Das macht alles nur noch schlimmer.
Die Essspirale bekommt ganz neue Dimensionen dadurch.

Es reicht. Ich werde mir meinen Erfolg nicht zerstören (lassen).
Ich werde auf den Tisch hauen müssen, eskalieren und detonieren, meinen Gefühlen freien Lauf lassen, um wieder bei mir anzukommen und mit mir und meinem Gefühlsleben im Reinen zu sein.

Friss, was dich auffrisst, aber fang nicht an zu essen!

Hach hach hach!

Oh wei. Wie lange habe ich denn hier schon nichts mehr geschrieben.
Ihr könnt euch denken, was los ist: STRESS.

Aber nun mal wieder der Reihe nach…

Also erst einmal: ein frohes neues Jahr allen meinen großartigen Leserleins.
Ihr rockt so unfassbar. ❤

Und nun zu den Stressfaktoren. Wenn ich so drüber nachdenke, ist das eine ganze Latte und ich könnte eine Serie davon machen.
„Durch den Stress mit Frau Yu“ oder so. *augenroll*

Wie ihr wisst, habe ich wieder begonnen zu arbeiten.
Das ist zum einen schön für die Geldbörse, für mein Yubababrain (das sich schon matschig und leer angefühlt hat) und auch für meine sozialen Kontakte.
Aber es ist auch anstrengend. Es ist mit viel Planung verbunden, viel Vorbereitung, viel Hin- und Hergefahre.
Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass ich immer gependelt bin. Daran hat sich eben nichts geändert.
Außer dass ich nun 2 Tage die Woche voll arbeite und nebenher irgendwie mein Kind versorgt bekommen muss. 😀

Hinzu kommt, dass die Nächte im Hause Yu immer noch von Unterbrechungen geprägt sind.
Klein Yu wird mindestens einmal pro Nacht wach. Oft auch zwei- oder mehrmals.
Es kommt also vor, dass ich netto 3 Stunden Schlaf bekomme.
Das ist so schon anstrengend, aber wenn man dann noch einen ganzen Tag im Büro durchstehen muss, potenziert sich das Grauen.
So viel Kaffee kann ich gar nicht trinken, dass der das ausgleichen könnte.
Es gibt natürlich auch ruhigere Nächte. Aber die langen eben nicht, um das über zwei Jahre aufgebaute Schlafdefizit mal eben auszutarieren.
Ich bin also chronisch müde. Es kommt vor, dass ich abends, wenn ich Klein Yu ins Bett bringe, einfach daneben einpenne und irgendwann in voller Montur, sprich den Klamotten vom Vortag, wieder wach werde.

Dann habe ich so ein ewig andauerndes Zipperlein mit dem Magen.
Naja, Zipperlein ist untertrieben.
Ich habe immer wieder derbe Magenschmerzen. So stark, dass ich nachts davon wach werde und mich krümme.
Ich war schon zum Ultraschall, zum Blutabnehmen, zum Tasten und zum Schlauchschlucken aka Magenspiegelung.
Alles ohne Befund. Ist ja schön. Denn wie ihr wisst und wie ich es hier schon mal geschrieben habe, neige ich zu leicht hypochondrischen Anfällen und habe mir schon schlimmste Krankheitsbilder ausgemalt, die die Magenschmerzen verursachen könnten.
Klar bin ich nun erleichtert, dass mein Magen-Darm-Trakt wunderhübsch aussieht und voll funktionsfähig ist.
Nur eine Erkärung, woher diese blöden Schmerzen kommen, die habe ich nicht.
So versuche ich weiterhin alles, um die Schmerzen zu vermeiden, um vernünftig zu essen und zu planen.

Es ist aber doch etwas zermürbend mit so einem seltsamen Schmerz zu leben.

Dann kommen noch viele verquere Gedanken aus meinem gemeinen Gehirn hinzu, die mich mit Selbstzweifeln und Grübeleien anfüllen, dass es nur so kracht.
Aber auf die will ich wirklich gesondert eingehen, sonst sprengt dieser Beitrag hier jeden vernünftigen Rahmen.

Jedenfalls, ihr kennt mich. Ja, das weiß ich. 🙂
Und so stressige Phasen schlagen sich bei mir leider immer noch in Form von Fressanfällen nieder.
Ich nehme nicht zu, das nicht. Da achte ich drauf, dass ich zumindest mein Gewicht halte.
Es ist aber momentan schwer, abends nicht in die „Das hast du dir jetzt verdient“-Falle zu tappen.
Und auch mit LCHF kann man prima zunehmen. Zu viel ist einfach zu viel.
Egal wovon.

Momentan versuche ich einen Plan auszutüfteln, wie ich wieder Herr meiner Sinne bzw. meiner Ernährung werden kann und wie ich aus dieser gefühlten Stressspirale ausbrechen kann.
Erste Schritte sind getan.
So habe ich mich zum Beispiel nun mal für einen Thai Bo Kurs angemeldet.
Sportmäßig ist in letzter Zeit einfach viel zu wenig gelaufen. Und so ein Kurs hat zudem den Vorteil, dass ich mal zuhause rauskomme und mich auspowern kann.
Am 02.02. geht der Kurs los und ich bin sehr gespannt darauf.
Ich bin ja so ein Aerobic-Hüpf-Turnmirwasvorundichturnnach-Fan.
Hirn aus und nur nachturnen. Voll geil. Wenn ich das mal so sagen darf.

Nun ja. Ich möchte hier auch nicht mit lauter Mümümü irgendwas schönreden.
Ich will euch einfach einen Einblick geben, warum ich so selten dazu komme, mich hier auszulassen.
Und glaubt mir, das fehlt mir so so sehr.  Mein Blog war und ist immer mein Schatz, mein Ventil, meine Leidenschaft gewesen.
Es tut mir richtig weh, ihn teilweise so leer liegen zu lassen.
Ich muss wirklich schauen, wie ich da wieder regelmäßig mehr Zeit für abzwacken kann.

Zum Schluss möchte ich euch noch den Link zu den aktuellen Tellerspionen dalassen.
Wenigstens meine Mahlzeiten plane ich noch regelmäßig.
Wenn das auch noch wegbrechen würde, wäre hier Land unter.
Das kann ich euch aber sagen.

Und nun wünsche ich euch ein formidables Wochenende!
Macht es euch fein!

Wiegetag KW 30/2016 und Gedankenmatsche

Heute morgen hätte ich mir gewünscht, Trulla wäre weiterhin im Urlaub, so wie letzte Woche.
89,0  zeigte sie an. Ganz schön unverschämt.
Nun denken bestimmt einige: „Haha! Da hat sich die Yu aber schön was drauf gefressen in ihrer waagenfreien Woche!“
Hm. Nö. Gestern zeigte Trulla nämlich noch 87,5 an.
Ich hätte also gestern ca. 10.500 Kalorien über meinem Bedarf essen müssen, damit das eine echte Zunahme wäre.
Ich kann euch versichern: hab ich nicht. 😀

Jedoch, auch wenn ich weiß, dass das nur Wasser ist und sich bald wieder verflüchtigt, es nervt mich an gerade. Ja.
Nicht, dass der Tag für mich jetzt gelaufen wäre, aber ein bisschen zieht so ein Schwupp nach oben die Laune dann doch runter.

Das Schöne ist aber, seit der Lektüre von „Fettlogik überwinden“ habe ich bei solchen Ausreißern nun die (relative) Gelassenheit, zu Wissen, dass das nur Wasser sein kann.
Früher hab ich in solchen Momenten nämlich gerne den „JETZT IST AUCH ALLES SCHEISSEGAL! DU MACHST UND TUST UND NIMMST IMMER NUR ZU!!“-Film gefahren und mich all meinen Gelüsten hingegeben.
Das hat dann dafür gesorgt, dass die Wasserzunahme sich irgendwann in eine echte Zunahme gewandelt hat. Voll logisch, so zu handeln, ey.

Aber apropos Gelüste. Ich gebe offen zu, gerade fordert mich LCHF ganz schön heraus.
Also eigentlich nicht LCHF, sondern alles andere. Es ist momentan schwer, in meinem Plan zu bleiben. Das ist es, was mich herausfordert und mir einiges abverlangt.
Ja, LCHF bedeutet für mich streckenweise immer noch Verzicht. Die meiste Zeit nicht. Aber ab und zu eben doch.
Und ich arbeite immer noch daran, die Gefahren zu erkennen und zu analysieren, warum ich auf einmal Gelüste entwickle und dieses nervtötende Gefühl, ungerechterweise auf alles verzichten zu müssen (mimimiiiii) sich breit macht.

Oft ist es der Grund echt einfach zu finden: Zyklusnerverei.
Rund um den Eisprung bin ich nicht nur krampfig unterwegs, sondern habe auch Heißhunger. Auf ungefähr ALLES.
Da ist es nicht immer leicht, den Verlockungen, die hier im Hause rum liegen, zu widerstehen. Nutella, Schokozeugs, Eis und sowas. Das ist hier eigentlich immer vorhanden, da Herr Yu ja nur Teilzeit-LCHF isst.
Wenn mich das dann so anmacht, dass es gefährlich wird, verputzt Herr Yu das Zeug ganz schnell, oder nimmt es mit ins Büro oder so. Hauptsache raus aus meinem Sichtfeld.

Manchmal sind die Gründe aber diffuser und schwieriger zu fassen.
Ich bin und bleibe emotionaler Esser.
Und es gibt viele Emotionen. Also gibt es für mich auch viele Gründe, zu essen.
Frust zum Beispiel. Bin ich wegen irgendetwas frustriert und sei es nur unterschwellig, dann schlägt sich das direkt in meinem Essverhalten nieder.
Als wollte ich das Frustgefühl in mir durch leckeres Essen wieder ausgleichen, anstatt schlauerweise den Ursprung des Frusts aktiv zu bekämpfen.

Und dann wäre da noch das Situationsessen.
Kennt ihr das auch? Essen, weil die Situation gerade passt?
– Es ist gerade so gemütlich vorm Fernseher, da muss man doch was knabbern.
– Klein Yu ist endlich eingeschlafen und jetzt hab ich endlich mal Zeit, mich zu verwöhnen.
– Wir spielen ein Gesellschaftsspiel, da muss doch was zum Naschen dabei sein.
– Es ist Sommer, da möchte ich ein Eis essen.
– Es ist Winter, da möchte ich einen heißen Kakao trinken und Kekse reintunken.
– Es ist Geburtstag, da gehört doch ein Kuchen dazu.
– Es ist Urlaub, da muss man das nicht so genau nehmen.
– …

Und dann die Langeweile.
„Langeweile im Mund“, nannte das eine Freundin von mir mal.
Fand ich sehr passend.
Im StudiVZ gab es früher auch mal die Gruppe „Mir ist langweilig. Was könnte ich denn mal essen?“ Ich bin also nicht alleine mit diesem Langeweilerumgefresse.
Aber besser macht es das auch nicht.

Nun ja. Jedenfalls habe ich momentan mit einer netten Mischung aus all diesen Gründen zu kämpfen und deswegen ist es gerade wieder einmal etwas schwieriger als sonst.
Aber Aufgeben ist keine Option. Wissta, ne?

Und wisst ihr was mir gestern abend im Bett durch den Kopf geschossen ist?
Ziemlich genau vor einem Jahr, habe ich das LCHF-Handtuch schon einmal geschmissen. Bzw. hab ich es damals für einige Zeit ganz hinten in den Schrank gelegt.
Ihr erinnert euch, dass ein Becher Eis mich letztes Jahr im Sommer ins Straucheln brachte? Und dass ich drei Monate wüst rumgefressen habe?
Ja. Das war ziemlich genau vor einem Jahr.
Und jetzt habe ich mich gefragt, ob ich nicht gerade mal wieder unbewusst dabei bin, mich selbst zu sabotieren?!
Das kann doch kein Zufall sein, dass ich genau jetzt wieder so essdoof werde, oder?!

Jedenfalls habe ich dann beschlossen: keine Chance. DAS passiert mir jetzt nicht wieder. NEIN! NEIN! NEIN!

So. Jetzt seid ihr wieder im Bilde, was hier so los ist.
Mal sehen, wie ich das jetzt alles in den Griff bekomme. *seufz*

 

Ideale im Wandel

Vor ein paar Tagen, ich dachte gerade an gar nichts, da kam mir plötzlich ein Gedanke:
„Mensch, du bist jetzt da, wo du dich immer hingesehnt hast!“

Als ich mit knapp 130 kg anfing, den Speckberg, der sich auf mir festgesetzt hatte, zu eliminieren, habe ich immer, wenn ich von jemandem mit 85-90 kg las, dass er abnehmen muss, gedacht „OH MAN! Wenn ich da schon mal wäre!“

Diese Zahlen schienen mir so klein und vor allem so weit entfernt, so unerreichbar wie eine Utopie.
Ich war mir nicht sicher, ob ich da jemals hinkommen würde.
Deswegen legte ich mein Zielgewicht damals, als ich mit dem Bloggen anfing, auch als 82 kg fest.
Komische Zahl.
Aber das war die letzte Gewichtsklasse, an die ich mich erinnern konnte, in der ich mich gut gefühlt habe, ja zufrieden beinahe.
Nun. Von diesem Ziel trennen mich jetzt noch 7 kg.
Ich bin SO nah dran. Und ich bin da, wo ich mich sonst immer nur hingewünscht habe.
Das ist eigentlich eine wirklich schöne Erkenntnis, denn sie zeigt, was ich nun tasächlich schon alles geschafft habe. Aber wie ihr euch vielleicht denken könnt: mein damaliges Ziel ist nicht mehr mein aktuelles Ziel.

Damals dachte ich, in dieser Gewichtsspanne würde ich mich schlank, vital, fit, unwiderstehlich fühlen.
Aber das tue ich nicht. Ich bin immer noch adipös. Ich sehe vor allem immer noch eines: Speck.
Und ich will mehr. Bzw. weniger. Ich will ins Normalgewicht.
Ich will das schaffen. Ich werde das schaffen.

Es ist irgendwie ernüchternd und anspornend zugleich, wenn man feststellt, dass das Ideal, das man mal hatte, sich als gar nicht so ideal entpuppt, wenn man erst mal da ist.

 

Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein!

Ihr lieben Leserleins.
Ich habe lange, lange überlegt, ob ich es wagen soll.
Ob ich Euch das zumuten kann.
Ob ihr die Wahrheit ertragen könnt.
Ob ihr die Wahrheit ertragen wollt.
Und mit dem Schluss gekommen: Ja. Ja zu allem.

Frau Yubaba zeigt Gesicht!

Wisst ihr, als ich damals meinen kleinen Schnuckelblog angefangen habe, fühlte ich mich fett und doof und wollte einfach nicht, dass mich irgendwer aus meinem realen Umfeld entdeckt.
Ich wollte in geheimer Mission in den Speckkampf ziehen und anonym bleiben.
Zu sehr habe ich mich für die Zahlen auf der Waage geschämt.
Es war so mit meine schlimmste Fantasie, dass mich zum Beispiel ein Arbeitskollege finden und auf meine Speckigkeit und meine krausen Gedankengänge ansprechen könnte.
Deswegen kennt ihr mich bisher so:

Frau Yubaba
Und ihr werdet es nicht glauben, aber so sehe ich gar nicht aus. 😀
Also nicht genauso. Aber schon recht ähnlich.

Also, Arschbacken zusammen gekniffen, Mut gefasst und täterätäää, das bin ich:

Avatar

Warum ich mich nun doch dazu entschieden habe, zu zeigen, wer ich wirklich bin?
Nun ja.
Zum einen bin ich darüber hinweg, dass mein Speck peinlich sein könnte.
Ja, ich war dick, ja, ich bin immer noch dick und ja ich muss und werde immer noch abnehmen. Aber was daran ist verwerflich? Damit geht es mir wie vielen, vielen anderen Menschen.
Mittlerweile kann ich mit Stolz sagen: „Leute, ich habe was geschafft. Hier bin ich. So bin ich. Kommt damit klar!“

Zum anderen möchte ich Euch Leserleins, die ihr mir so wichtig seid, zeigen: es gibt mich wirklich. 😀
Und ich möchte, dass mein Blog endlich ein Gesicht bekommt. Also bitte. Hier ist das Gesicht.

Außerdem macht das so vieles einfacher. Gerade wenn es um Vorher-Nachher-Bilder geht und Unterschiede im Gesicht und so. Was ein Gehampel, da jedes mal die Bilder so zu bearbeiten, dass man mich bloß nicht erkennt.

Und pfiffige Leser werden es schon bemerkt haben: im LCHF-Forum bin ich schon länger mit persönlichem Avatar unterwegs.
Da grinst also schon lange die echte Frau Yu vom Bildschirm.
Warum also hier weiter einen auf „die große Unbekannte“ machen? 😉
Und weil ich gerade beim Thema Forum bin… Ich habe für Annikas ( Sudda Suddas) Seite (www.lchf.de) einen Jahresrückblick geschrieben.
Wenn ihr mögt, könnt ihr den hier (klickediklacker!) lesen.

Tja nun. Das bin also ich.

Und? Schockiert? 😀

Ich herze Euch, Leserleins.
Ihr seid die Besten! ❤

 

 

Lost in space

Warnung: Der folgende Bericht ist in der Kategorie „Jammern auf hohem Niveau“ einzuordnen. 😉

 

Das Kaufhaus, unendliche Weiten….
Und eine verschreckte Frau Yu, die darin steht und überfordert ist.
Mit dem Angebot.
Zu meinen dicksten Zeiten dachte ich immer „Ach, wenn Du erst einmal abgenommen hast, dann kannst Du so viel tolle Kleidung kaufen. Du wirst Bombe aussehen und kannst endlich DEINEN Stil tragen!“

Nunja, jetzt habe ich einiges weg und stehe in den Geschäften und bin überfordert.
Früher war das Einkaufen einerseits eine Qual, aber andererseits so einfach.
Ich wusste: ab in die Moppelecke, das kleinste Übel (sprich keine Pailleten oder „lustige“ Sprüche im IMAX-Kino-Format auf den Oberteilen) aussuchen, anprobieren, bezahlen, mitnehmen.
Meine Auswahl war eingeschränkt, aber das hat es eben auch leicht gemacht, was zu finden.

Mittlerweile stehen mir ganze Kaufhausetagen zur Verfügung. Eigentlich sogar ganze Kaufhäuser, die ich vorher gar nicht erst betreten hätte.
Und ich stehe zwischen Kleiderständern, Grabbeltischen und Umkleidekabinen und weiß zum Teufel nicht, was ich kaufen soll.
Ich muss Mode lernen. Ich muss mich auf einmal fragen „Wie will ich mich kleiden? Was ist mein Stil?“
Das klingt jetzt vielleicht richtig beknackt, aber so fühle ich mich gerade wirklich.
Gestern war ich bummeln und hab Sachen anprobiert. In verschiedenen Läden.
Klar hab ich abgefeiert, dass ich nun in Größe 44 passe.
Ich habe Röcke anprobiert. Oberteile. Jacken. Kleider.
Gekauft habe ich…. eine neue Batterie für meine Armbanduhr. (Und Laufschuhe 😀 )

Vielleicht lag es auch schlicht daran, dass mir die derzeitige Mode nicht gefällt?
Oder bin ich so speziell? Oder wirken auf einmal viel zu viele Eindrücke auf mich ein?
Ich weiß es nicht. Ein komisches Gefühl.

Aber eines ist sicher: es ist schöner, ohne Beute nach Hause zu gehen, weil einem nichts gefallen hat, als ohne Beute nach Hause zu gehen, weil einem nichts gepasst hat.

Das Speck-Paradoxon

 

OK, Leute, ich muss mal wieder checken, ob ich die Einzige bin, die bisweilen mit verqueren Eigenarten durch den Tag trottet.

Wie ihr wisst, habe ich mal knappe 130 Kilo gewogen.
Damals habe ich es total toll geschafft, mich im Spiegel anzusehen und zu denken „Geht doch! Siehst doch gar nicht so schlimm aus.“
Ich redete mir eine „Taille“ ein und dass ich gut proportioniert bin und deswegen schlanker wirke, als mein Gewicht vermuten ließe.

Nun habe ich abgenommen. Ziemlich viel sogar.
Und was ist? Ich sehe im Spiegel – meinem Empfinden nach – fetter aus als jemals zuvor.
Wie kann das ?
Ich habe in diesem Artikel schon mal darüber nachgedacht, ob das vielleicht daher kommt, dass man nun genauer hinschaut und deswegen kritischer ist.
Aber ich habe momentan (nicht permanent, aber ab und an) das Gefühl, ich sei ein aufgeblasener Ballon mit dicken Wurstbeinen und Schwabbelarmen.
Klar, ich bin immer noch viel zu dick, aber müsste sich nicht irgendwann mal eine Art „Cooool, guck mal wie sich das verändert hat“-Grundstimmung einstellen?
Ein bisschen mehr Zufriedenheit?
Oder wäre das fatal, weil man dann den jetzigen Status einfach beibehalten würde, weil man ja schon so  viel erreicht hat?

Fakt ist, meine Hosengröße ist von 54 auf 44 geschrumpft. Das sind FÜNF Kleidergrößen. Und trotzdem sehe ich einen seltsamen Blob im Spiegel, während ich mich früher immer schlanker gewähnt habe?! Ich peils nicht.

Ich werde mein Speckbrain niemals verstehen, glaube ich.

 

 

P. S.: Nur zur Sicherheit: Ihr braucht keine Angst haben, dass ich mich ständig selbst fertig mache oder so unzufrieden bin, dass ich mich nicht mehr leiden könnte. Nein, nein. Es ist nur so seltsam, wenn mir so ein beklopptes Verhalten an mir selbst auffällt und ich nicht weiß, ob ich mit dem Kack alleine bin.
Ich mag mich. Echt. 🙂

Angeber! Angeber!

In unserem Bekanntenkreis gibt es Menschen, die mein Gewicht immer ziemlich genau beäugen.
Bei meinem letzten Abnahmeerfolg vor der Schwangerschaft hieß es dann „Die nimmt nur ab, weil ihr Mann das will.“
Ähm? Nö? Mein Mann hat mich mit 116 kg kennen gelernt und mit 110 kg geheiratet. Verteufeltnocheins, er wird mich doch wohl nicht einfach so lieben?!
Oooder aber das war sein Plan! Mich dick zu heiraten und mir dann das Essen wegzunehmen, damit ich schlank werde! Aha. Der Fiesling!

Während der Schwangerschaft munkelten dann dieselben Leute, ob ich tatsächlich einen Babybauch habe, oder „einfach nur wieder fett geworden wäre“.
Was denn nun? Abnehmen ist nicht richtig, aber zunehmen (weil man ein 3 kg Baby im Bauch mit rumschleppt) auch nicht.

Verwirrt ich bin, Yoda würde sagen.

Nun ja. Ich habe diese Leute nun sehr lange nicht gesehen. Das hängt mit unserem Umzug zusammen. Wir sind ein Dörfchen weiter gezogen. Das reicht schon, um den Granaten nicht über den Weg zu laufen.
Nun habe ich ja seit letztem April 20 kg verloren. Das haben die also noch gar nicht mitbekommen. Also wohl schon vom Hörensagen, denn geredet wird ja immer, aber eben noch nicht live gesehen.

Und manchmal bin ich ja auch eitel (sind wir das nicht alle ab und an?) und so kam es dazu, dass ich heute zu meinem, mir das Essen verweigernden, Mann sagte:
„Im Juni ist die erste Hochzeit des Jahres, auf die wir eingeladen sind. Wie geil wäre das, wenn ich bis dahin schon locker in den 80ern wäre? So bei 85. Das wär Hammer.“
Er: „Ja, das schaffst Du bestimmt. Das sind ja noch fast 5 Monate.“
Ich: „Naja. Dann muss ich aber erst mal 2 kg pro Monat schaffen. Ist auch nicht soo einfach.“
Er: „Egal. Auf jeden Fall werden wir dir ein hammermäßiges Kleid kaufen.“ Seine Augen funkelten dabei. Irgendwie aus Vorfreude und auch aus Stolz. Und da hatte ich eine Eingebung.

Ich: „Ey?! Du willst mit mir angeben!“
Er: „Natürlich will ich mit Dir angeben.“ Dazu ein nahezu diabolisches Grinsen.

Ich glaube, jeder Dicke kennt diese Phantasien, wie er nach der Abnahme irgendwo auftaucht, bei Leuten, die ihn lange nicht gesehen haben, den Mantel abstreift und darunter ein schlanker Superkörper zum Vorschein kommt.
Dazu Engelschöre, gleißende Lichtstrahlen von oben und alle zergehen in „Aaaahs“ und „Oooohs“.

Dass mein Mann diese Phantasie mit mir teilt, war mir noch gar nicht so klar. 😀

Aber bevor jetzt irgendwer meint, mein Mann findet mich jetzt nicht attraktiv oder wartet nur darauf, dass ich endlich schlank bin und schreiben will, dass er voll der oberflächliche Kackarsch ist…
Das ist nicht so! Ich glaube, ihr kennt Herrn Yu durch meine Berichte schon ziemlich gut.
Dass er mich liebt, wie ich bin, hat er schon öfter eindrucksvoll bewiesen und dass er sich mit mir über meine Erfolge freut auch. Auf seine ihm eigene Art. So wie hier zum Beispiel. Oder auch hier.