Whole 30 – Tag 2

Auch der zweite Tag des Whole 30 verlief ohne nennenswerte Eskapaden.
Alles easy und gechillt hier.
Wie gesagt, essensmäßig ist es ja keine große Umstellung. Es ist eben ein Reset, ein Zurückbesinnen auf das einfache, pure Essen.

So sah das pure Essen dann heute übrigens aus:

Frühstück

Rührei mit Blaubeeren.

Rührei mit Blaubeeren

Die Inspiration für dieses Frühstück hatte ich hierher.
Aber statt der angegebenen Sahne und Butter habe ich Kokosmilch und Kokosöl genommen. Klar, man sollte Kokos mögen, wenn man das so abwandelt. 😀
Die Beeren waren etwas säuerlich. Schade. Aber trotzdem ein leckeres Frühstück.

Mittagessen

Kabeljaufilet & Salat

Kabeljaufilet & Salat

Hab heute beim Einkaufen ein paar Kräuterseitlinge entdeckt und direkt mitgenommen. Ich liebe diese Pilze! Die sind so lecker.
In Olivenöl gebraten und nur leicht gesalzen und gepfeffert… Mjam!

Abendessen

Currysuppe mit Hühnchen.

Currysuppe mit Hühnchen

Die Currysuppe war wieder mal sehr lecker. 🙂 Und das tolle ist: es ist noch welche übrig. Also kann ich die morgen noch mal essen. HAHARRR!!

Bewegung war heute wieder „nur“ Spazieren, aber an manchen Tagen komme ich einfach nicht zu mehr.
Dafür war der Schlaf gut. 🙂 Klein Yu hatte eine gute Nacht und ich somit auch.

 

Hier wieder die Kurzusammenfassung:

Essen: Yay!
Bewegung: Okidoki!
Laune: Yay!

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Whole 30 – Tag 1

So, der erste Tag meines Whole 30 ist um.
Also gleich, wenn ich ins Bett gehe. 😀

Gut, da ich ja sowieso schon LCHF esse, war das heutige Essen keine große Umstellung für mich.
Ich habe mal alles, was es heute gab, geknipst, dann könnt ihr euch ein Bild machen, wie so ein Whole 30 Tag aussehen kann. 🙂

Frühstück:

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Kokosölkaffee (Bullet Proof Coffee) und Kokosmilch mit Beeren und ein paar gerösteten Mandelblättchen

Mittagessen:

Gulasch & Salat

Gulasch & Salat

Abendessen:

Gulasch mit Rotkohl

Gulasch mit Rotkohl

Normalerweise esse ich ja nur zwei mal am Tag.
Aber in letzter Zeit hatte ich oft mittags schon wieder Hunger und habe bis abends, wenn Herr Yu von der Arbeit kommt, gewartet, damit wir gemeinsam essen konnten.
Die Whole 30 Regel, drei mal täglich eine Mahlzeit zu essen, kam mir also entgegen, da ich so statt 2 größerer, 3 kleinere Mahlzeiten essen, nur besser über den Tag verteilt.

Klar, das hätte ich auch ohne Whole 30 machen können, aber ihr wisst ja: Gewohnheitstier und so.

Heute fand ich es übrigens richtig schön, mal keine Lebensmittel abzuwiegen.
Klar, man hat ne ungefähre Vorstellung im Kopf, wieviel Gramm Fleisch das ungefähr sind und so, aber ich wiege tatsächlich nichts und trage auch nichts bei fddb ein.
Gerade finde ich das sehr entspannend. Mal sehen wie lange es dauert, bis die erste Panikattacke veratmet werden muss.

Ein weiterer Punkt des W30 ist ja, sich auch jeden Tag zu bewegen.
Am besten ist ein Wechsel zwischen anstrengenden und easy peasy Sachen.
Heute war auf jeden Fall easy peasy angesagt: Spazierengehen mit Klein Yu.

Außerdem soll man schauen, dass man 7,5 Stunden Schlaf bekommt.
Das fänd ich auch schön, aber ich hab da jemanden, der ist etwas 90cm groß, der bestimmt hier ein wenig wie die Nächte laufen. 😉
Ich gebe aber mein Bestes, jetzt wirklich immer vor 23:00 Uhr ins Bett zu gehen und vorher eigentlich nicht mehr viel Medienzeugs zu machen.
(Klappt hervorragend, wie man gerade sieht… das liegt heute z. B. daran, dass Klein Yu total schlecht eingeschlafen ist und ich dementsprechend nicht früher an den Laptop kam.)

Kurzzusammenfassung:

Essen: Yay!
Bewegung: Okidoki!
Laune: Yay!

🙂

 

Bis morgen!

 

Ach und ihr sollt natürlich auch wissen, mit welchem Gewicht ich in die 30 Tage starte.
84,7
Schick, was.? 😀 😀 😀

Dreizehn

Dreizehn Monate ist Klein Yu nun alt.
Jetzt die Floskel des Tages: Wo ist die Zeit geblieben?
Aber ganz im ernst, ich frage mich das an manchen Tagen wirklich.

Wenn ich an die ersten Woche denke, in denen Schlafmangel und die Frage „Wie soll ich das überleben?!“ meine ständigen Begleiter waren, wundere ich mich jetzt, wo die ganzen Wochen hin sind (und auch wie ich das überlebt habe).

Klein Yu ist ein witziges Kind, von dem man behaupten kann, es hat jetzt schon den Schalk im Nacken.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für lustige Schnuten sie zieht. Die bringen jeden zum lachen. Sogar den grummeligen Schlechtelaunemann, der uns mal im Zug gegenüber saß.  Als Klein Yu ihre Nase kraus zog und gleichzeitig eine Art Kussmund machte, vergaß selbst er, dass er eigentlich schlechte Laune hatte und musste grinsen.

Seitdem sie 8 Monate alt ist, krabbelt sie und mittlerweile läuft sie auch.
Noch ist das Krabbeln aber ihre Fortbewegungsart der Wahl. So ist sie einfach noch am schnellsten.
Oder sie geht in die Knie, als wollte sie ein Gitarrensolo raushauen, also so in etwa:

und hüpft so durch die Gegend. Es sieht zum Schießen aus. Und hört sich auch lustig an. Denn jeder Hüpfer wird mit einem eleganten „Duäh“ unterlegt.

Sie isst die seltsamsten Sachen gerne. Also finde ich. Für ein Baby jedenfalls.
Gebratenen Lachs. Saure Gurken. Hackfleisch. Alles, was Mama und Papa auf dem Teller haben, sowieso. Zitronen lutscht sie auch mit Begeisterung aus.
Ernährungsmäßig sind wir übrigens zweigleisig gefahren. Wir haben es sowohl mit dem BLW als auch mit dem stinknormalen Brei versucht. Am Ende ist eine Mischung heraus gekommen, weil wir bemerkt haben, dass Klein Yu Dinge aus „beiden Welten“ mag. Sie isst also sowohl Fingerfood, als auch Brei, der nun aber immer „stückiger“ wird. Und wie gesagt, isst sie sowieso am liebsten das, was wir essen.

Klein Yu hält sich auch nicht gerne an Statistiken.
Statistisch gesehen, bekommen die meisten Babys ihre ersten Zähne mit ca. 6 Monaten.
Klein Yu mit einem knappen Jahr.
Statistisch gesehen, kommen als erstes die unteren beiden Schneidezähne zuerst durch.
Klein Yu hat zuerst die beiden oberen Schneidezähne bekommen. Das sieht ziemlich lustig aus und ab und an nennen wir sie deswegen auch „Frau Biberzahn“. 😀

Little Miss Yu hat Berge an Spielzeug. Ich sortiere immer aus und um, damit sie nicht in der totalen Reizüberflutung untergeht.
Aber wie toll das Spielzeug auch ist, interessanter sind Deckel von Schraubgläsern, Rührschüsseln, Flaschenöffner oder auch Haarbürsten.
Außerdem sind Schubladen und Schränke schon lange nicht mehr sicher. Letztens fand ich in der Spülmaschine, die ich einen Moment offen stehen lassen hab, meine Backofenhandschuhe. Fein säuberlich zwischen die sauberen Teller gesteckt.
Als ich letzens die Schublade mit den Töpfen aufzog, lagen darin: ein Türkeil, eine Pfandflasche und ein Spielzeugtelefon.
Man wundert sich übrigens nach einiger Zeit nicht mehr über solche Funde.
Wenn mein Schlüssel mal abhanden gekommen ist, gucke ich zuerst in bodennahe Schubladen und Schränke oder in Klein Yus Spielzeugkisten. Meistens werde ich dort fündig.
An einem Abend saßen Herr Yu und ich vor dem Fernseher und wunderten uns, warum der Festplattenrekorder ansprang.
Baby Yu hatte wohl „im Blindflug“ (da der Fernseher aus war) eine Aufnahme programmiert, als sie nachmittags die Fernbedienung für den Satellitenreceiver zu fassen bekommen hatte und wild darauf rumdrückte.
Es hat ziemlich lange gedauert, bis wir raushatten, wie wir die Aufnahme wieder stoppen konnten. 😀

Wenn ich mir jetzt Fotos von den ersten Tagen und Wochen ansehe und dann mein kleines Baby, dann wundere ich mich wirklich. Und freue mich über mein aufgewecktes, gesundes Kind, das uns den ganzen Tag auf Trab hält.

Und rückblickend gibt es natürlich viel, was man nun besser weiß und vor allem auch besser einzuordnen weiß.
Hätte ich gewusst, wie das Leben mit einem Kind wirklich ist, hätte ich früher, als Nichtmama, einfach die Fresse gehalten. Echt.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie anders man Dinge auf einmal sieht, wenn so ein Kind erst mal da ist.

Auch weiß ich jetzt, welche Anschaffungen für uns total überflüssig waren und von welchen Dingen wir viel zu wenig da hatten.
Aber ich mache jetzt hier keine Liste für werdende Eltern fertig.
Denn DAS habe ich auch gelernt. Was für uns das absolute Muss war, haben andere Eltern noch nie gebraucht und umgekehrt.
Das einzige  Muss für alle werdenden Eltern ist: ein dickes Fell. Ein ganz dickes.

Wenn man glaubt, man bekommt zu Themen wie „Ernährung“ und „Diäten“ und „Hochzeitsplanungen“ und was weiß ich ständig ungefragt Meinungen zu hören, der wird sich wundern, dass sich das mit der Geburt eines Kindes noch steigern kann.
Tipps und Ratschläge noch und nöcher. Und vor allem immer so diplomatisch formuliert: „Du MUSST unbedingt dies und das machen!“
Ich muss gar nichts. Nur auf mein Kind hören. Dann weiß ich schon, was ich zu tun habe.
Ganz im Ernst. Es ist wirklich, wirklich schwierig, sich nicht permanent verunsichern zu lassen.

Was für Krankheiten gilt, gilt auch für Elternthemen: NICHT GOOGELN!

Es hat mich beinahe wahnsinnig gemacht, die zig tausend Trends und Meinungen zu hören bzw. zu lesen und gleich die Vorwürfe mit dazu: „Wie Du machst XY und nicht XYZ? Du Rabenmutter!“ Überspitzt, klar, aber so in etwa ist der Ton da.
Das hatte zur Folge, dass ich auf einmal voll verunsichert war und Herrn Yu mit meinen neuen „Erkenntnissen“ auf den Sack gegangen bin.
Dann habe ich beschlossen: keine Elternforen mehr. Nicht mehr googeln. Ich hatte Glück mit meiner PEKiP-Leiterin. (Jaaa, ich war beim PEKiP. Nein, das war kein Mütterwettstreit, sondern eine richtig tolle Truppe, die sich so gut versteht, dass wir uns jetzt, nach Ablauf des Kurses, noch immer regelmäßig treffen.)
An diese wirklich tolle Leiterin habe ich meine Fragen gerichtet und nicht mehr ans Internet. Und siehe da, viele Zweifel sind so verschwunden. Und auch der Austausch mit den anderen Müttern tat gut.

Ja, so ist das hier mit unserer kleinen Frau Yu.
Ich hoffe, ich langweile Euch nicht, aber ich fand es war mal wieder Zeit für ein Baby-Update. 😉

 

 

Neues Jahr, neues Ziel

So, ihr lieben Leserleins, erst einmal: ein frohes, gesundes, erfolgreiches, lustiges, rockendes, liebevolles, kuscheliges, wuscheliges, neues Jahr für Euch!
Ich hoffe, ihr seid alle gut rüber gerutscht und startet fröhlich und katerfrei in das Jahr 2016. ❤

Gestern gab es ja nur eine kurze Wasserstandsmeldung zum Gewicht.
Ich bin davor nicht dazu gekommen, zu schreiben und wollte unbedingt, dass ihr wisst, dass ich nicht in die Weihnachtsfressfalle gestolpert und wieder über 100 geklettert bin.
Nä! Nix da!
Ich habe alle Weihnachtstage total gut und vernünftig gegessen. Ich habe sogar jeden Tag Tagebuch geführt und die Lebensmittel gewogen (bis auf Heiligabend, da habe ich geschätzt). Ich habe keinen Sekt und auch keinen anderen Alkohol getrunken und ich habe mich nicht überfressen.
Sehr gut!
Nicht so gut fand ich dann, dass die olle Waage trotz aller Bemühungen ein Plus anzeigte. Das Gewicht lag vor dem Wiegetag nämlich sogar bei 99,2!
Ich habe ja schon öfter von meiner „Arschlochstimme“ berichtet, die in einem kleinen Appartment ganz hinten in meinem Speckbrain wohnt.
Die fühlte sich natürlich gleich verpflichtet mit wehenden Fahnen und lauten Fanfaren aufzumarschieren und zu skandieren: „Iss! Iss! Iss!“
Ja. Sie flüsterte zwischendurch: „Ist das nicht fies? Da planst Du Weihnachten durch, hältst Dich an Deinen Plan und dann sowas? Ist das nicht unfair? Du nascht nicht vom bunten Teller, isst keine Plätzchen, trinkst keinen Asti und trotzdem nimmst Du zu? Also, eigentlich ne, eigentlich ist es dann doch auch egal. Hau doch rein. Iss doch ein paar Spekulatius. Bringt doch eh alles nix!“

Orr, Leute. Ich kann Euch sagen, diese Stimme – sie macht mich noch wahnsinnig.
Glücklicherweise konnte ich ihr sagen: „Verzieh dich in dein Appartment und halt verdammtnochmal die Fresse!“
Denn zum Glück funktioniert mein Hirn ja auch noch und schaltete sich immer dazwischen: „Das ist keine echte Zunahme. Hallo. Bleib mal ruhig. Du hast gesund und vernünftig gelebt. Außerdem hast du deine Regel und hast Wassereinlagerungen. Bleib locker.“

Nun ja, gestern waren es dann ja schon wieder 98,9 und heute sogar 98,3, um hier mal mit ein paar Zahlen um mich zu schmeißen.
Naja, warten wir einfach den nächsten Wiegetag ab. 🙂

So. Und jetzt ist ein neues Jahr angefangen und ich frage mich, ob ich irgendwelche Vorsätze habe.
Nö. Eigentlich nicht. Also nicht diese „ab dem 01.01. wird alles anders“ Vorsätze, die man 3 Tage durchhält und dann leise und klammheimlich absterben lässt.
Aber so generell habe ich natürlich Ziele.

  1. LCHF weiter leben und festigen
  2. mehr Bewegung
  3. die 90kg-Marke knacken

1.) Ja, ich möchte weiter LCHF essen. Ich weiß, dass mir diese Ernährungsform am meisten entgegen kommt und meine beschissene Zuckersucht am besten in Schach hält.

2.) Ich muss mich wieder mehr bewegen. Ich bin zwar viel mit dem Baby auf Achse und erledige vieles zu Fuß mit ihr im Kinderwagen oder in der Trage, aber es muss wieder richtige Bewegung her. Da habe ich auch schon einen Plan geschmiedet, über den ich aber gesondert berichten werde. 🙂

3.) Un.be.dingt. will ich die 8 vorne sehen. Gerne natürlich auch die 7 oder noch lieber die 6, aber ich denke erst einmal in Etappen. Das motiviert mich mehr. Ich will mir einfach beweisen, dass ich es kann. Dass es in meiner Hand liegt, wieviel ich wiege. Dass ich nicht zum Dicksein verdammt bin.

Also. Angriff.

Und ihr so? Was habt ihr vor in diesem Jahr?

LCHF live

Guten Abend, werte Leser. 🙂
Wenn da noch Leser sind. Ich könnte verstehen, wenn Ihr Euch alle verkrümelt habt, so viel wie hier in der letzten Zeit los ist.

Quelle: GIFSoup

Zum ziemlich anstrengenden Babyalltag gesellt sich noch ein schwarzes Loch. Das wohnt jetzt dort, wo sonst mein Gehirn gewohnt hat.
Unter anderem sorgt es dafür, dass ich ÜBERHAUPT KEINE Ideen für den Blog hatte. So richtig echt gar keine. Aber nicht nur das.
Ich habe mich letztens auch schon bei einer Bekannten entschuldigt, sie solle nicht denken, ich sei unhöflich oder uninteressiert, weil ich bei Gesprächen gedanklich manchmal völlig abschweife.
Ich bin einfach unfassbar müde und der Schlafmangel sorgt dafür, dass ich mich einfach unglaublich schlecht konzentrieren kann.
Also frisst das schwarze Loch nicht nur alle Kreativität, sondern sorgt auch dafür, dass ich in Gesprächsrunden apathisch sabbernd vor mich hin atme.

Aber das sollte eigentlich gar nicht mein Thema sein heute. Vielleicht im nächsten Baby Yu Bericht. 🙂
Mein Thema ist heute wieder einmal LCHF.

Am letzten Samstag hatte ich (schon zum zweiten Mal) die Ehre, LCHF-Foren-Mitglieder zu treffen. In Köln traf sich unsere illustre Runde und es war wieder einmal wundertoll. ❤
Es ist so toll, Menschen, mit denen man (im Moment leider viel zu selten – siehe schwarzes Loch) regelmäßig schreibt, persönlich kennen zu lernen.
Es liest sich gleich so anders in einem Forum, wenn man die Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten hinter dem Geschriebenen kennt.
Hach ja.

Wir trafen uns in einem Steakhouse.
Herr Yu (der mitsamt Baby Yu auch dabei war) stupste mich zwischendurch an: „Geiler Tisch, wenn man mal drauf achtet. Überall nur große Wasserflaschen und Steaks.“
Ja, LCHF-ler halt, nech. 😀
Es ist immer wieder toll, mal nicht die Ausnahme in Sachen Bestellung zu sein.
Im „normalen“ Leben, bin ich immer die mit den komischen Essenswünschen, beim LCHF-Treffen bin ich eine von vielen.

Tatsächlich waren nur Herr Yu und ein anderer mitgebrachter Nicht-LCHF-ler „normale“ Esser, die sich Pommes und Co. schmecken ließen. Ha! Ihr Außenseiter! 😀
Euch kriegen wir auch noch.

Jedenfalls, das Treffen hat mich in Sachen Motivation wieder weiiiiiiiit nach vorne gebracht.
Das Essen lief die letzten Wochen eher unrund. Mein Gewicht pendelte immer rauf und runter, rauf und runter, weil ich inkonsequent war.
Ich bin noch immer DER Stressesser schlechthin. Man müsste meinen, wenn der Babyalltag mich so einspannt, müsste ich doch abnehmen, weil keine Zeit zum Essen ist. Äh äh!
Gerade dann futtere ich so vor mich hin. Nichts gescheites, hier mal grasen, da mal beißen, irgendwas zwischendurch auf die Hand und schwupps ist ein ganzer Klotz Gouda weg und ich hab geschätzte 3,7 Millionen Kalorien gegessen ohne das richtig mitbekommen zu haben.

Und ihr müsst Euch mal diese IDIOTIE vorstellen..
Ich rede ja gerne mit mir selbst und dann geht das so ab:
Vernuft-Yu: „Hömma, das Stück Käse hilft Dir grade gar nicht. Der Stress wird durch Essen nicht besser.“
Fress-Yu: „Weiß ich. Halts Maul!“
Vernunft-Yu: „Ja, aber wenn du das weißt, wieso hängst Du dann schon wieder vor dem Kühlffffrrrank arrgh örrrk mmpf [Vernunft-Yu kann nicht weiter reden, weil Fress-Yu ihr einen Brocken Käse in den Mund gestopft hat].“

Danach folgen Reue, Selbstgenervtheit und dann wieder was zu Essen, weil dann ja „schon wieder alles egal ist“. (Fettlogik olé.)

Nun ja. Beim LCHF Treffen habe ich jedenfalls wieder so viele gute Beispiele gesehen, warum es sich lohnt, dran zu bleiben, nicht aufzugeben.
Und irgendwann werde ich dieses bekackte Emotionale Essen unter Kontrolle kriegen.
Aber das bedeutet auch immer Arbeit. Arbeit an Altlasten. Und die tut manchmal weh.
Dazu sollte ich bald auch mal ausführlicher berichten.
Abnehmen ist einfach nicht nur ein körperlicher Prozess. Die Psyche ist gefragt und das manchmal mehr, als man möchte.

Hach ja.

So. Ergibt dieser Erguss hier irgendeinen Sinn? Ich glaub ja.
Ich will nun wieder öfter von mir hören lassen. Ganz in echt jetzt. 🙂
Mittwoch gibts wieder das Gewichtsupdate. Das ist doch schon mal ein Anfang.
Und dann kann ich auch mal wieder berichten, was hier so auf den Tisch kam / kommt.

Hier weht jetzt wieder ein anderer Wind.

Lebenszeichen

Hallo ihr lieben Leserleins!

Ich sags euch, die Zeit verrennt im Augenblick nur so.
Nun komme ich endlich mal dazu, euch kurz mitzuteilen, wie es um die Yus so steht. 🙂

Das neue Zuhause

Wie ihr wisst, haben wir ein Haus gekauft. Yay! Endlich mehr Platz und kein „IchbineinWohn-Ess-Arbeits-Alles-Zimmer“ mehr. Doch mehr Platz bedeutet natürlich auch mehr Arbeit. Die Renovierung hat doch ganz schön geschlaucht, zumal wir ja immer noch Klein Yu zu versorgen haben. Da mussten wir schon schauen, wann wir was erledigt bekommen und trotzdem unsere Kleine nicht vollkommen aus allem ihr bisher bekannten raus reißen.
Doch wir hatten fleißige Helfer, die uns immer wieder tatkräftig unterstützten. Miss Paulali samt Gatten zum Beispiel. :-*
So haben wir alles gut über die Bühne bekommen.

Das neue Heim an sich finden wir nach wie vor toll. Wir haben uns direkt wohl und eben auch zu Hause gefühlt. Baby Yu brauchte ein paar Tage, um sich hier einzuleben. Klar, alles neu, alles anders, das muss so ein kleines Gehirnchen erst mal verarbeiten.

Wir haben immer noch nicht alle Möbel stehen und immer noch nicht alle Bilder aufgehängt und immer noch nicht alle Kisten ausgepackt, aber wir sind ja nicht auf der Flucht. Peu à peu wird hier alles fertig und das Haus immer mehr zu unserem Haus.

 

Das Gewicht

Ich würde nun gerne erzählen, dass ich den ganzen Stress gut verpackt habe und meiner LCHF-Ernährung ganz eisern treu geblieben bin. Dem ist aber nicht so.
Ich bin noch immer absoluter Stressesser und es hat mich schlichtweg überfordert bei all der Arbeit und dem Hin-und Hergependele zwischen der alten und der neuen Bleibe meine Mahlzeiten zu planen, Einkaufslisten zu erstellen und zu kochen.
Es gab oft schnelle Gerichte, die man nur noch in den Ofen schieben musste, oder auch mal was vom Imbiss.  Klar ärgert es mich etwas, dass ich immer noch nicht so in meiner Ernährung angekommen bin, dass die einfach so nebenher läuft und nicht immer wieder zum Thema wird, sobald Stress aufkommt. Aber was brächte es nun, sich aufzuregen, mir einzureden, dass ich „versagt“ hätte und mich selbst schlecht zu denken.
Das hatten wir schon oft genug. Ich gräme mich nicht, da ich weiß, dass auch wieder andere Zeiten kommen, in denen ich mich wieder voll und ganz auf mein Essen und meine Abnahme konzentrieren kann.
Übrigens steht mein Gewicht die ganze Zeit schon relativ stabil bei +/- 105 kg.
Das finde ich höchst erfreulich. 🙂

 

Baby Yu

Baby Yu entwickelt sich prächtig und bringt uns täglich zum Lachen.
Acht Monate ist die Kleine mittlerweile alt und es ist unglaublich, wie sehr sie sich verändert hat. Zum einen rein äußerlich. Das Baby auf den ersten Fotos sieht soo anders aus, als das Baby, das mittlerweile bei uns wohnt. 😀
Wirklich, wenn man sich die ersten Bilder anschaut, könnte man meinen, es handelte sich um zwei verschiedene Kinder.
Zum anderen hat sich Baby Yu natürlich auch körperlich/motorisch/geistig weiter entwickelt.
Sie robbt schon seit etwa anderthalb Monaten durch die Gegend. Mittlerweile ist sie so schnell dabei, dass ich mich richtig sputen muss, um hinterher zu kommen.
Dem Robben folgt nun so langsam auch das Krabbeln. Das übt sie seit ca. 3 Wochen.
Es sieht sehr lustig aus, wie sie immer wieder in den Vierfüßerstand geht und mit dem Popo hin und her wackelt.
Toll findet sie es nun auch, sich überall hochzuziehen. Dann guckt sie stolz wie Bolle durch die Gegend. Blöd ist nur, dass sie nicht weiß, wie sie wieder runter kommt. 😀 Dem stolzen Grinsen folgt dann meistens ein genervtes Meckern und Mama muss flugs zu Hilfe eilen und das Kind aus seiner misslichen Lage befreien. 😉
Momentan ist Baby Yu außerdem in einer sehr anhänglichen Phase. Ohne Mama geht nix. Ich darf den Raum gar nicht verlassen, dann ist sofort Gebrüll. Manchmal reicht es ihr noch nicht mal, wenn wir im gleichen Raum bleiben.
Da kommen schon mal lustige Situationen zustande… beispielsweise, wenn ich duschen gehe. Ich nehme sie dann mit ins Bad und mache eine Turbodusche, während Klein Yu sich mit Spielzeug beschäftigt, oder wahlweise dem Heizungsknauf, oder Trulla, oder der Klobürste (die ich mittlerweile natürlich hochstelle, seitdem ich einmal gesehen hab, wie sie ganz begeistert darauf zu robbte) oder was auch immer sie findet.
Letztens stand ich also nach dem Duschen mit dem umgewickelten Handtuch vorm Spiegel und putzt mir die Zähne, als plötzlich etwas meinen linken Fuß erfasste und begeistert das vom Duschen übrig gebliebene, meine Beine herunterrinnende Wasser von meinem Knöchel schleckte. Ich sah hinunter in Baby Yus fröhlich grinsendes Gesicht und bekam auf der Stelle einen Lachkrampf. 😀

Die Nächte sind momentan wieder ziemlich anstrengend.
Baby Yu schläft immer noch bei uns im Zimmer, was nicht weiter tragisch ist.
Aber momentan kommt sie wieder 3-4 mal pro Nacht. Wir waren schon mal bei 1 mal pro Nacht. (*Schwelg* Waren das entspannte Zeiten!) Aber nun ja, so ist es nun mal.
Und bevor jemand fragt: ja, sie wird satt. An der Nahrung liegt es nicht. 🙂
Ich sage mir immer „Das kommt schon noch, das kommt schon noch, das kommt schon noch!“ Man braucht ja ein Mantra, nech? Und ich warte einfach immer weiter auf das von allen möglichen Leuten prophezeite: „Irgendwann schläft sie durch und dann erschreckst du dich!“ 😉

So, nun seid ihr erst einmal wieder auf dem laufenden.  🙂
Ich kann nicht versprechen, wieder total regelmäßig zu schreiben, eben weil Baby Yu mich momentan so belagert und mein Baby hat nun mal immer Vorrang. 🙂

Bis dahin, ihr Granaten. 🙂

 

 

Schnelles Update

Huhu ihr!

Ruhig gewesen hier, was?
Aber keine Angst, uns gehts gut.

Abnehmmäßig war es eine maue Woche.
Ein Plus von 1,7 kg (106,1 kg).
Und obwohl ich weiß, dass es sich bei so nem Sprung eigentlich nur um Wasser handeln kann, hat mich das Ergebnis komplett angenervt.
Und zugegebenermaßen hab ich total erwachsen und überlegt darauf reagiert und gekauftes Erdbeereis gegessen. Eine Riesenportion. Das macht es natürlich besser.
Kopf -> Tisch

Nun ja,  dann geht’s halt jetzt wieder los.
Es fällt mir nur gerade extrem schwer.
Ich wünsche mir die Euphorie zurück. *seufz*

– – – –

Ansonsten gibt’s noch andere Neuigkeiten: die Yus ziehen um.
Seitdem Baby Yu da ist, ist unsere Wohnung etwas viel zu klein. Deswegen ziehen wir in ein Häuschen mit Garten. 🙂
Das werden wir ab nächster Woche renovieren.
Das möchte ich auch gleich zum Anlass nehmen Euch schon mal vorzuwarnen, dass ich in nächster Zeit wenig bis gar nicht zum bloggen kommen werde.
Wir leben jetzt schon zwischen gepackten Kisten und leeren Regalen.
Anstreichen, Möbel aufbauen, die alte Wohnung leeren und säubern und -natürlich mit höchster Priorität- das wundertolle Baby bespaßen und versorgen – da bleibt wenig Zeit für Internetigkeiten.

– – – –
Hoffentlich bringt der Stress mich nicht komplett aus meinem Ernährungsplan.
*seufz*

– – – –

Also erst mal: bis bald ihr Granaten! 🙂

Das volle Verwöhnprogramm

Na, klingt diese Überschrift nicht super einladend? Geht nicht sofort ein Film im Kopf los, was das wohl heißen könnte?
Hat nicht jeder sofort sein persönliches Verwöhnprogramm vor Augen?
Einen ganzen Tag im Spa verbracht?
Eine entspannende Massage bekommen, danach noch sauniert und abends lecker im Lieblingsrestaurant gespeist?
Zuhause mit einem Dreigängemenü bedacht worden?
Mal wieder den Friseur aufgesucht und alles machen lassen? Schneiden, tönen, waschen, föhnen?
Vielleicht mal bei der Pediküre/Maniküre gewesen und die Nägel aufhübschen lassen?

Klingt alles super, oder? Und so positiv. Immer heißt es, man muss sich mal was gönnen, sich auch mal verwöhnen lassen. Klingt kein Bisschen negativ, oder? Alle werden Dir recht geben, wenn Du sagst „Den Tag im Spa, den hatte ich mir echt verdient. Man muss sich auch mal ein wenig betüddeln lassen. Das tut so gut.“ Keiner wird sagen: „Nee, Du. Das würd ich an Deiner Stelle aber nicht machen, hinterher wirst Du noch zum unsozialen, egoistischen Tyrannen, der seine Umwelt schikaniert! Obacht!“

Nein, keiner wird das sagen. Außer Du bist ein Säugling.

Dann mahnen plötzlich alle, dass man das kleine Wesen „bloß nicht verwöhnen“ soll.
„Jetzt nimm das Kind doch nicht bei jedem Mucks hoch, du verwöhnst es ja nur.“
„Das Kind muss auch mal schreien. Das muss das ab können.“
„Vooooorsicht! Babies testen Dich! Die wollen nur gucken, ob einer kommt, wenn sie schreien. Das geht ganz schnell, dann hast Du ein ganz rotzeverwöhntes Balg zu Haus.“
„Das Kind hat ganz schnell raus, wie es Dich in den Griff bekommt. Pass nur auf.“
„Du lässt das Kind bei Dir schlafen? Tzäh! Wirste schon sehen, was Du davon hast!“

Wenn man diese Kommentare so liest, könnte man meinen, Kinder kommen auf die Welt, schauen sich einmal um, um festzustellen, wer denn jetzt diese naive Bezugsperson ist und fangen dann direkt mit dem Ränkeschmieden an, einfach so. Aus purer Boshaftigkeit.
Ich wette, wenn Little Miss Yu glücklich glucksend Löcher in die Luft starrt, ist ihr gerade wieder ein diabolischer Plan in den Sinn gekommen, wie sie ihre dämlichen Eltern heute wieder vorführen kann. Dafür sind Babies immerhin bekannt.

Warum immer diese Angst vor dem Verwöhnen? Und wieso bedeutet „verwöhnen“ bei Erwachsenen, dass man es sich richtig gut gehen lässt, während bei Kindern immer dieser negative Unterton mitschwingt? Dieser mahnende Beiklang, dass man, schenkt man seinem Kind zu viel Liebe (WTF?), einen egozentrischen, kleinen Mistkäfer heranzieht.
In meinen Augen, kann man einem Kind nicht zu viel Liebe und Aufmerksamkeit schenken. Schon gar nicht, wenn es sich um einen ein-paar-Wochen-alten Säugling handelt.

Mal davon abgesehen, dass ich nichts schlimmes daran finden kann, auf die Bedürfnisse meines Babys einzugehen.
Einen Säugling kann man nicht verwöhnen im Sinne von verziehen. Das ist es doch, was eigentlich gemeint ist, oder?
Dass man ein verzogenes kleines Gör heranzieht.

Aber:
Ein Baby weint niemals ohne Grund. Nein, da steckt kein „Testen“ und „An der Nase herumführen“ dahinter.
Ein Baby weint aus vielerlei Gründen. Wegen Hunger, Durst, voller Windel, Müdigkeit, weil es sich krank fühlt, aus purer Angst davor, allein zu sein. Ja, es weint auch aus Langeweile, denn es will lernen.
Freuen sich nicht alle Eltern, wenn ihr Kind etwas neues kann? Ja? Dann muss man auch etwas dafür tun, dass es immer neue Impulse bekommt, dass es nicht immer unbeachtet unter dem gleichen Mobile liegt und vor sich hin vegetiert.

Das Baby hat sich nicht ausgesucht auf diese Welt zu kommen. Die Eltern haben beschlossen, dass sie ein Kind wollen. Und dass sich mit einem Kind alles ändern würde, ist (den meisten) Eltern schon vor der Geburt klar.
Sicher, in welchem Ausmaß sich alles ändert, das merkt man tatsächlich erst, wenn der kleine Wonneproppen da ist.
Und auch da gibt es Unterschiede.
Das eine Kind ist „pflegeleicht“, wie es so schön heißt. Es schläft viel, weint kaum und macht beim Trinken keine Probleme.
Das andere Kind ist, was gemeinhin als „schlechter Schläfer“ bezeichnet wird. Es lässt sich eben nicht einfach irgendwo ablegen und träumt dann selig vor sich hin. Es braucht Dich. Deine Nähe. Will getragen und beschützt werden.

Und das tust Du dann. Automatisch. Und schon kommen von allen Seiten die Kommentare.
Die erste Frage, wenn man Bekannte trifft, ist sowieso immer „Uuuuund? Schläft sie schon durch? Nein, immer noch nicht?! Sie schläft nur bei Dir? Na, da habt ihr ihr ja schon was tolles angewöhnt!“
Deswegen antworte ich auf die berüchtigte Frage nach dem Schlafverhalten wahrheitsgemäß: „Och geht eigentlich. Sie meldet sich so alle 3-4 Stunden.“ Weg lasse ich den Teil, dass sie nur in meinem oder Herrn Yus Arm friedlich schläft.
Zu oft musste ich mir den Verwöhnvorwurf schon anhören.

Oder ansehen. Ja, das geht auch. Und zwar, wenn der Gesprächspartner nichts vom Verwöhnen sagt, aber an seinem Naserümpfen und seinem überheblichen Grinsen direkt zu erkennen ist, dass er genau das denkt.

Das Schöne ist, wie bei allem neuen, man wächst da so rein. Anfangs irritierten mich die Kommentare noch. Ich überlegte, ob es nicht vielleicht doch an mir liegt, dass  mein Kind ist, wie es ist. Ob ich mich nicht irgendwie „durchsetzen“ müsste.
Doch die Gedanken schwanden. Mein Kind zeigt mir ziemlich deutlich, was es braucht und das habe ich ihm bestimmt nicht anerzogen. Es kam auf die Welt und wollte Nähe. Direkt. Es wollte nicht alleine schlafen.

Verständlicherweise.
Fast 40 Wochen kannte es keinen Hunger, keinen Durst, keine Schmerzen, keine Kälte. Es wurde nicht herumgereicht, gemessen, gewogen, in grelles Licht gehalten. Es war nie allein, nie war es still um das Kind. Es hörte das vertraute Rauschen meines Blutes, das Blubbern des Fruchtwassers, meinen Herzschlag, es hörte wie mein Magen knurrte und auch, was mein Darm so für Geräusche abgibt und es gewöhnte sich bereits an meine Stimme. Es war (fast) immer in Bewegung, weil ich mich bewegte. Es war laut, warm und kuschelig in seiner heilen Welt untergebracht.
Und dann plötzlich ist dieser paradiesische Zustand vorbei. Alles ist anders, alles ist neu, unbekannt und furchteinflößend.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich unter Schmerzen und großer Anstrengung aus meinem bisherigen Leben, in dem ich mich so schön eingerichtet habe, in dem ich mich auskenne und sicher fühle, gerissen werde, um in eine völlig andere Umgebung geschmissen zu werden, in der ich mich von jetzt auf gleich zurecht finden soll und in der alle von mir erwarten, direkt zu funktionieren, dann finde ich das ziemlich beängstigend.

Also liebe Zweifler, Warner und Mahner: redet ruhig übers Verwöhnen, rümpft Nasen, zuckt Schultern und rollt Augen.
Es. ist. mir. egal.

Und übrigens: Es gibt Kaffee mit Verwöhnaroma. Seid mal vorsichtig, dass der Konsum Euch nicht zu Tyrannen macht.

Mein Baby kann

Keine Angst, das wird kein Post darüber, was für ein Wunderbaby ich habe.
Um Geschichten über Wunderbabys zu lesen, müsst ihr anfangen Euch in Schwangerschafts- bzw. Mütterforen rumzutreiben.
Während ich mich darüber freue, dass mein 9 Wochen altes Yubaby sich prächtig entwickelt, das Grinsen und lustige Geräusche machen für sich entdeckt und sein Köpfchen schon ziemlich gut allein halten kann, werden in diesen Foren kleinen Babys schon mal diverse Hochbegabungen zugeschrieben, nur weil sie besonders gerne herum getragen werden oder sich interessiert bunte Spielsachen ansehen.
Ich warte auf den Beitrag, dass ein 10 Wochen altes Baby gerade promoviert hat oder die Steuererklärung für die gesamte Stadt macht.

Aber um den Wettbewerb, den einige Mütter anzetteln, soll es gar nicht gehen.
Mein Baby kann Sachen, die mich abwechselnd vor Verzückung juchzen lassen oder an den Rand des Wahnsinns treiben.

Yubaby kann…

…. immer dann loskreischen, wenn Herr und Frau Yu sich gerade Essen aufgefüllt haben.
…. mich vor lauter Entspannung bei der Babymassage komplett einpullern. (Ich sollte mir angewöhnen nicht nur Wechselwäsche für das Baby mitzunehmen, sondern auch für mich.)
…. bevor es losweint ein total lustiges Schüppchen ziehen. Ja, gemein, aber ich muss dann immer erst zu Ende lachen, bevor ich tröstende Worte raus bringe. Mein Lachen dauert auch nur ein paar Sekunden. Schwör!
…. obwohl es ein Mädchen ist, im hohen Bogen pullern.
…. so laut pupsen und rülpsen, dass man sich fragt, wie aus so einem kleinen Körper solche Laute kommen können.
…. es nicht lassen, nach dem Niesen zufrieden zu grinsen und „Häggguuu“ zu sagen.
…. immer dann losspucken, wenn ich gerade das Spucktuch weggenommen habe.
…. Wäscheberge ungeheuren Ausmaßes erzeugen.
…. bei Besuchen und Besuchern ganz lieb und brav sein, sodass jeder verzückt sagt „Was für ein pflegeleichtes Baby!“ (Unsere Antwort darauf ist, dass die Leute gerne mal nachts vorbei kommen können, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.)
…. mittlerweile auch neben statt nur auf mir schlafen. (So ein Fortschritt!!! Das verdient drei Ausrufungszeichen, echt jetzt.)
…. mich angucken als wollte es sagen „Mama, echt jetzt?!“ und dabei die Stirn ganz kraus ziehen. (Muss wohl schon die Pubertät sein, in der ich peinlich bin. Werde diesen eklatanten Entwicklungsvorsprung gleich mal in diversen Mamaforen posten. Harrharr.)
…. kratzen. Und wie. Irgendwie komme ich mit dem Kürzen der kleinen Nägel gar nicht so schnell hinterher, wie sie wachsen. Ich glaube, wir werden sie umbenennen. Wolverine wäre ganz passend.
…. schlafen wie ein Stein, egal, was drum herum passiert. Staubsauger, Fernseher, Musik, Planierraupen, nichts kann sie erschüttern. Aber wehe, Mama oder Papa husten. Dann schreckt sie hoch.

Und bei Euch? Die, die ein Baby haben oder deren Babys mittlerweile schon groß sind: kennt ihr auch (noch) solche Aktionen? 🙂

Mama sein – die wirklich wahre Realität ;-)

Fünfeinhalb Wochen wohnt Little Miss Yu nun bei uns.
Dass sie das schönste, tollste und wundervollste Baby der Welt ist, ist klar, oder? 😉
Aber, oh Junge, sie hat hier alles auf den Kopf gestellt.

Alle Leute sagten mir während der Schwangerschaft „So ein Kind verändert alles!“ und ich dachte mir dann immer nur „Ach was?“
Ich dachte, ich wüsste worauf ich mich da „eingelassen“ habe.

Und dann kam Polly, äh Little Miss Yu.

Wahnvorstellung 1: Babys essen, pupen die Windel voll und schlafen die meiste Zeit.

Was stimmt ist, dass unser Baby isst und pupt. Ja, es schläft auch, aber nicht da, wo man es gerne hätte.
Blauäugig bin ich davon ausgegangen, dass mein sattes, frisch gewindeltes und angemessen bespaßtes Kind selig in seinem Bettchen schlafen und ich verzückt davor stehen und es anhimmeln würde. Doch Pustekuchen!
Auch in Beistellbetten, Kinderbetten, Laufställen, Kinderwagen, auf Sofas, oder neben Mama im Bett wird nicht geschlafen.
Wo das Kind überhaupt schläft, fragt ihr Euch? Auf mir. Oder wahlweise auf Herrn Yu. Oder auf der Oma, der Tante, dem Opa, dem Onkel oder sonst wem. Dann auch gerne 4 Stunden am Stück. Aber eben nur auf der Brust irgendwelcher Menschen. Tags wie nachts. Seit 5 Wochen.
Ausgeklügelte Kissen-Arrangements helfen mir dabei, nachts doch irgendwie an Schlaf zu kommen und das Kind so abzusichern, dass es nirgends rein oder runter rutschen kann.

Wahnvorstellung 2:  Man bekommt den Haushalt locker nebenher gemacht.

Mööp! Der Kandidat ist raus.
Da Little Miss Yu auch tagsüber gerne ihre Zeit auf mir verbringt, bin ich anfangs zu gar nichts mehr gekommen. Habe quasi auf dem Sofa gewohnt und mich gefragt, ob das nun mein neues Leben sein sollte. Dank Tragetuch und Tragehilfe hab ich nun doch mal die Hände frei und kann ein bisschen was tun (wie zum Beispiel diesen Artikel zu verfassen). Richtig gekocht habe ich vor etwas sechs Wochen zum letzten mal. Es gibt nun viel schnelles und Essen, dessen Zubereitung darin besteht, möglichst alle Zutaten in einen Topf zu schmeißen und vor sich hin köcheln zu lassen. Oder Herr Yu kocht was. Aber da er zurzeit auch sehr lange Tage hat und spät nach Hause kommt, ist das auch nicht immer möglich.

Wahnvorstellung 3: Babykacke stinkt nicht.

Haben mir viele erzählt. Babystuhl würde eher süßlich riechen und nicht besonders unangenehm. Entweder, diese Leute haben einen anderen Geruchssinn als ich, oder unser Baby ist auch in dieser Hinsicht besonders. Was sie da manchmal in die Windeln drückt, stinkt und zwar richtig. 😀

Wahnvorstellung 4: Stillen ist wundervoll.

Ja, das ist es wirklich. Die Nähe zum Kind, das Gefühl allein und ganz natürlich das Baby versorgen zu können, das Praktische der Muttermilch – die ist immer dabei, immer richtig gemischt und immer richtig temperiert. Schwupps, Brust raus, Kind glücklich.
Nicht mehr ganz so wundervoll wird es, wenn das Kind nach zwei Wochen  plötzlich 4-5 Stunden am Stück an der Brust nuckelt und extrem quengelig wird, wenn man es von der Brust nimmt.
„Die Brust ist kein Schnullerersatz!“ mahnte meine Hebamme und riet mir, nach spätestens einer Stunde der Stillerei ein Ende zu machen. Doch was dann? Das arme kleine Menschlein weinen lassen? So herzergreifend, dass man mit schluchzen muss? Das kam für mich nicht in Frage und das  Dauernuckeln ging weiter.
Dann stellten wir fest, dass die Kleine abnimmt. Der Verdacht kam auf, dass ich zu wenig Milch produzierte. Also Milchpumpe besorgt und im 3-Stunden-Takt abgepumpt, um die Produktion wieder anzuregen und Babynahrung zugefüttert, damit Baby wieder zunimmt.
Das erste mal, als ich mein Baby mit der Flasche „im Gesicht“ sah, hab ich losweinen müssen. Es kam mir so unnatürlich vor. Und ich mir selbst, als hätte ich versagt.

Also waren Stilltee, Brustmassagen, Malzbier, Bockshornkleesamenkapseln (merkt Euch das Wort für die nächste Partie Galgenmännchen) und das Gefühl zur Milchkuh degradiert worden zu sein, die ihr tristes Dasein an der Melkmaschine fristet, nun meine treuen Begleiter bei dem Versuch die Milch wieder fließen zu lassen. Besonders toll ist es, wenn sie nach zehn Tagen mit diesen Maßnahmen immer noch in Tröpfchen kommt und man fünf bis sechs mal Abpumpen muss, um eine Mahlzeit für das Kind zusammen zu bekommen.
Der Frust war groß und sorgte wahrscheinlich auch mit dafür, dass die Milchquelle  bald komplett versiegte. Das Abstillen ging dann ziemlich schnell.
Und das wichtigste: Baby Yu nahm wieder zu und wirkte plötzlich so zufrieden nach ihren Mahlzeiten.

Wahnvorstellung 5: Man strahlt vor lauter Mutterglück.

Glaubt mir, ich bin riesig glücklich mit unserem kleinen Superbaby, aber mir scheint nicht 24h die Sonne aus dem Allerwertesten.
Der Schlafmangel, das unglaubliche Nähebedürfnis unseres Schatzes und das damit verbundene „Belagertwerden“, das lange Alleinsein tagsüber und auch die Sorgen, die man sich um sein Kind so macht, das alles hinterlässt Spuren. Nicht nur äußerlich in Form dunkler Augenringe, fettiger Haare (weil man es wieder mal nicht unter die Dusche geschafft hat) und vollgespuckter Kleidung, sondern auch innerlich. Man fragt sich doch ab und an, ob man überhaupt zur Mama taugt, ob man alles richtig macht und man verliert auch mal die Geduld und wünscht sich eine Stunde nur für sich allein, um dann gleich wieder ein schlechtes Gewissen zu haben, weil man doch eigentlich froh sein soll, dass man ein so tolles Baby hat.

Doch die positiven Momente überwiegen natürlich und dann scheint einem tatsächlich die Sonne aus dem Allerwertesten. 😉 

Wahnvorstellung 6: Ein Blick aus Babys glücklichen Augen und alles ist vergessen.

Stimmt. Uneingeschränkt. So klischeemäßig das auch klingt. 😀

Das erst mal von mir. Einhändiges Tippen ist schwer und mein 24h-Baby braucht mich. 🙂

Bis dahin, ihr Lieben!