Das Speck-Paradoxon

 

OK, Leute, ich muss mal wieder checken, ob ich die Einzige bin, die bisweilen mit verqueren Eigenarten durch den Tag trottet.

Wie ihr wisst, habe ich mal knappe 130 Kilo gewogen.
Damals habe ich es total toll geschafft, mich im Spiegel anzusehen und zu denken „Geht doch! Siehst doch gar nicht so schlimm aus.“
Ich redete mir eine „Taille“ ein und dass ich gut proportioniert bin und deswegen schlanker wirke, als mein Gewicht vermuten ließe.

Nun habe ich abgenommen. Ziemlich viel sogar.
Und was ist? Ich sehe im Spiegel – meinem Empfinden nach – fetter aus als jemals zuvor.
Wie kann das ?
Ich habe in diesem Artikel schon mal darüber nachgedacht, ob das vielleicht daher kommt, dass man nun genauer hinschaut und deswegen kritischer ist.
Aber ich habe momentan (nicht permanent, aber ab und an) das Gefühl, ich sei ein aufgeblasener Ballon mit dicken Wurstbeinen und Schwabbelarmen.
Klar, ich bin immer noch viel zu dick, aber müsste sich nicht irgendwann mal eine Art „Cooool, guck mal wie sich das verändert hat“-Grundstimmung einstellen?
Ein bisschen mehr Zufriedenheit?
Oder wäre das fatal, weil man dann den jetzigen Status einfach beibehalten würde, weil man ja schon so  viel erreicht hat?

Fakt ist, meine Hosengröße ist von 54 auf 44 geschrumpft. Das sind FÜNF Kleidergrößen. Und trotzdem sehe ich einen seltsamen Blob im Spiegel, während ich mich früher immer schlanker gewähnt habe?! Ich peils nicht.

Ich werde mein Speckbrain niemals verstehen, glaube ich.

 

 

P. S.: Nur zur Sicherheit: Ihr braucht keine Angst haben, dass ich mich ständig selbst fertig mache oder so unzufrieden bin, dass ich mich nicht mehr leiden könnte. Nein, nein. Es ist nur so seltsam, wenn mir so ein beklopptes Verhalten an mir selbst auffällt und ich nicht weiß, ob ich mit dem Kack alleine bin.
Ich mag mich. Echt. 🙂

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9 Gedanken zu “Das Speck-Paradoxon

  1. Der Kopf kommt nicht mit, weil man sich jahrelang selbst belogen hat.

    Jetzt, wo man genauer hinschaut und kritischer mit sich wird, will das oben nicht ankommen,dass man sich stark verändert hat.

    Verrückt 😀

    • Lina hat vollkommen recht. Das ist auch schon wissenschaftlich nachgewiesen, dass es so ist, dass man kritischer wird, je mehr man abnimmt. Sei stolz auf das, was du bereits geschafft hast 😊

  2. Ich lese dich erst seit kurzem, hab aber genau das gleiche Problem, hab im letzten Jahr 22 kg abgenommen (von 144 auf 122) und ich höre auch komplimente.. aber ich fühle und sehe mich wie früher.. oder anders. .ich sah mich nie so fett und mir kommt es so vor, als wäre ich einfach nur gigantisch und ich soll mal noch gigantischer gewesen sein?
    hinzu kommt, meine oberarme haben langsam diese hängenden haut“fetzen“ und seitdem zieh ich mich noch mehr wie ein sack an.. ich habe die ersten 20 kg in 8 Monaten abgenommen und nun stagniere ich bzw. habe es geschafft weitere 2 kg runterzukommen.. ich glaube langsam dass es psychisch ist, weil ich keine veränderung sehe und im gegenteil mich immer unhübscher finde (wegen der haut) vorhin war es wenigstens gefüllt.. und nun.. naja

    also nein, du bist nicht alleine.. nur mich macht es leider zu oft fertig

    • Ooooh nicht fertig machen!
      Du wirst mit jedem Kilo weniger so viel gesünder. Das ist toll!
      Und was Du bereits geschafft hast auch!
      Sei stolz auf Dich! 🙂

      Aber die Winkearme sind hier auch vertreten.. können einen echt ärgern.
      Aber insgesamt fühlt man sich echt viiiel besser.

  3. Ich habe vor 10 Jahren ja auch mal sehr viel abgenommen (von Größe 46 auf 38, für noch war das richtig viel :D) und ich kenne das Gefühl.. ABER! Irgendwann wurde das anders. Plötzlich sah ich so richtig schlank aus. Von einen Tag auf den anderen! Ich konnte mich gar nicht satt sehen 😀

  4. Ich habe das auch … ich kann mich noch daran erinnern, als ich ca 80kg hatte und an einem Schaufenster vorbei gegangen bin und heulend bei der lieben Frau Mama ankam, weil ich so fett war … mit 15 oder so war das, glaube ich … und mit 120 kg „Wooow, wie wundertoll du aussiehst“ 😀

  5. Ich habe 44 kg abgenommen, von Größe 54 auf Größe 40/42 und ich bin immer noch „fett“. Seit 2 Jahren mache ich nun LCHF und halte mein Gewicht weitgehend, aber ich glaube, ich war noch nicht einen Tag zufrieden. Die Arme schlackern, die Oberschenkel eine Katastrophe, von der Gürteltasche am Bauch wollen wir gar nicht reden! Alles häßlich, alles Fett… schlimm oder? Manchmal denke ich, wie undankbar ich meinem Körper gegenüber bin, aber es kommt im Kopf nicht an. Die Augen sehen zwar die Schlanke, aber das Hirn lässt es nicht zu.
    Also… Du bist damit nicht allein
    LG
    Petra

  6. Ich fühl mich viel schlanker als ich bin. 😀
    Im Spiegel denk ich mir oft. Ja ist ja super und wenn ich mich dann auf einen Foto sehe denk ich mir: „Was? Das ist mein Arsch?! Brutaaaal!“

    Selbstwahrnehmung ist schon was Schönes. 😉

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