Dreizehn

Dreizehn Monate ist Klein Yu nun alt.
Jetzt die Floskel des Tages: Wo ist die Zeit geblieben?
Aber ganz im ernst, ich frage mich das an manchen Tagen wirklich.

Wenn ich an die ersten Woche denke, in denen Schlafmangel und die Frage „Wie soll ich das überleben?!“ meine ständigen Begleiter waren, wundere ich mich jetzt, wo die ganzen Wochen hin sind (und auch wie ich das überlebt habe).

Klein Yu ist ein witziges Kind, von dem man behaupten kann, es hat jetzt schon den Schalk im Nacken.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für lustige Schnuten sie zieht. Die bringen jeden zum lachen. Sogar den grummeligen Schlechtelaunemann, der uns mal im Zug gegenüber saß.  Als Klein Yu ihre Nase kraus zog und gleichzeitig eine Art Kussmund machte, vergaß selbst er, dass er eigentlich schlechte Laune hatte und musste grinsen.

Seitdem sie 8 Monate alt ist, krabbelt sie und mittlerweile läuft sie auch.
Noch ist das Krabbeln aber ihre Fortbewegungsart der Wahl. So ist sie einfach noch am schnellsten.
Oder sie geht in die Knie, als wollte sie ein Gitarrensolo raushauen, also so in etwa:

und hüpft so durch die Gegend. Es sieht zum Schießen aus. Und hört sich auch lustig an. Denn jeder Hüpfer wird mit einem eleganten „Duäh“ unterlegt.

Sie isst die seltsamsten Sachen gerne. Also finde ich. Für ein Baby jedenfalls.
Gebratenen Lachs. Saure Gurken. Hackfleisch. Alles, was Mama und Papa auf dem Teller haben, sowieso. Zitronen lutscht sie auch mit Begeisterung aus.
Ernährungsmäßig sind wir übrigens zweigleisig gefahren. Wir haben es sowohl mit dem BLW als auch mit dem stinknormalen Brei versucht. Am Ende ist eine Mischung heraus gekommen, weil wir bemerkt haben, dass Klein Yu Dinge aus „beiden Welten“ mag. Sie isst also sowohl Fingerfood, als auch Brei, der nun aber immer „stückiger“ wird. Und wie gesagt, isst sie sowieso am liebsten das, was wir essen.

Klein Yu hält sich auch nicht gerne an Statistiken.
Statistisch gesehen, bekommen die meisten Babys ihre ersten Zähne mit ca. 6 Monaten.
Klein Yu mit einem knappen Jahr.
Statistisch gesehen, kommen als erstes die unteren beiden Schneidezähne zuerst durch.
Klein Yu hat zuerst die beiden oberen Schneidezähne bekommen. Das sieht ziemlich lustig aus und ab und an nennen wir sie deswegen auch „Frau Biberzahn“. 😀

Little Miss Yu hat Berge an Spielzeug. Ich sortiere immer aus und um, damit sie nicht in der totalen Reizüberflutung untergeht.
Aber wie toll das Spielzeug auch ist, interessanter sind Deckel von Schraubgläsern, Rührschüsseln, Flaschenöffner oder auch Haarbürsten.
Außerdem sind Schubladen und Schränke schon lange nicht mehr sicher. Letztens fand ich in der Spülmaschine, die ich einen Moment offen stehen lassen hab, meine Backofenhandschuhe. Fein säuberlich zwischen die sauberen Teller gesteckt.
Als ich letzens die Schublade mit den Töpfen aufzog, lagen darin: ein Türkeil, eine Pfandflasche und ein Spielzeugtelefon.
Man wundert sich übrigens nach einiger Zeit nicht mehr über solche Funde.
Wenn mein Schlüssel mal abhanden gekommen ist, gucke ich zuerst in bodennahe Schubladen und Schränke oder in Klein Yus Spielzeugkisten. Meistens werde ich dort fündig.
An einem Abend saßen Herr Yu und ich vor dem Fernseher und wunderten uns, warum der Festplattenrekorder ansprang.
Baby Yu hatte wohl „im Blindflug“ (da der Fernseher aus war) eine Aufnahme programmiert, als sie nachmittags die Fernbedienung für den Satellitenreceiver zu fassen bekommen hatte und wild darauf rumdrückte.
Es hat ziemlich lange gedauert, bis wir raushatten, wie wir die Aufnahme wieder stoppen konnten. 😀

Wenn ich mir jetzt Fotos von den ersten Tagen und Wochen ansehe und dann mein kleines Baby, dann wundere ich mich wirklich. Und freue mich über mein aufgewecktes, gesundes Kind, das uns den ganzen Tag auf Trab hält.

Und rückblickend gibt es natürlich viel, was man nun besser weiß und vor allem auch besser einzuordnen weiß.
Hätte ich gewusst, wie das Leben mit einem Kind wirklich ist, hätte ich früher, als Nichtmama, einfach die Fresse gehalten. Echt.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie anders man Dinge auf einmal sieht, wenn so ein Kind erst mal da ist.

Auch weiß ich jetzt, welche Anschaffungen für uns total überflüssig waren und von welchen Dingen wir viel zu wenig da hatten.
Aber ich mache jetzt hier keine Liste für werdende Eltern fertig.
Denn DAS habe ich auch gelernt. Was für uns das absolute Muss war, haben andere Eltern noch nie gebraucht und umgekehrt.
Das einzige  Muss für alle werdenden Eltern ist: ein dickes Fell. Ein ganz dickes.

Wenn man glaubt, man bekommt zu Themen wie „Ernährung“ und „Diäten“ und „Hochzeitsplanungen“ und was weiß ich ständig ungefragt Meinungen zu hören, der wird sich wundern, dass sich das mit der Geburt eines Kindes noch steigern kann.
Tipps und Ratschläge noch und nöcher. Und vor allem immer so diplomatisch formuliert: „Du MUSST unbedingt dies und das machen!“
Ich muss gar nichts. Nur auf mein Kind hören. Dann weiß ich schon, was ich zu tun habe.
Ganz im Ernst. Es ist wirklich, wirklich schwierig, sich nicht permanent verunsichern zu lassen.

Was für Krankheiten gilt, gilt auch für Elternthemen: NICHT GOOGELN!

Es hat mich beinahe wahnsinnig gemacht, die zig tausend Trends und Meinungen zu hören bzw. zu lesen und gleich die Vorwürfe mit dazu: „Wie Du machst XY und nicht XYZ? Du Rabenmutter!“ Überspitzt, klar, aber so in etwa ist der Ton da.
Das hatte zur Folge, dass ich auf einmal voll verunsichert war und Herrn Yu mit meinen neuen „Erkenntnissen“ auf den Sack gegangen bin.
Dann habe ich beschlossen: keine Elternforen mehr. Nicht mehr googeln. Ich hatte Glück mit meiner PEKiP-Leiterin. (Jaaa, ich war beim PEKiP. Nein, das war kein Mütterwettstreit, sondern eine richtig tolle Truppe, die sich so gut versteht, dass wir uns jetzt, nach Ablauf des Kurses, noch immer regelmäßig treffen.)
An diese wirklich tolle Leiterin habe ich meine Fragen gerichtet und nicht mehr ans Internet. Und siehe da, viele Zweifel sind so verschwunden. Und auch der Austausch mit den anderen Müttern tat gut.

Ja, so ist das hier mit unserer kleinen Frau Yu.
Ich hoffe, ich langweile Euch nicht, aber ich fand es war mal wieder Zeit für ein Baby-Update. 😉

 

 

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Ein Gedanke zu “Dreizehn

  1. Soooo ein schöner Post 🙂
    Man fragt sich wirklich wo die Zeit geblieben ist. Vor allem dann, wenn es heißt…

    Doofe Tante. Man, ey! 😀

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