Und was ist mit Frühstück?

Nun habe ich also schon „normale“ sowie vegetarische Wochenpläne gepostet.
Aber jetzt kommt das Thema, das viele umtreibt, wenn es um LCHF geht.
Was ist mit Frühstück?!

Wir sind so an unsere Stullen, Brötchen, Müslis, Cornflakes gewöhnt, dass uns kaum ein Frühstück ohne irgendeine Form von Kohlenhydraten einfallen will.
Ich nehme mich da gar nicht aus. Bevor ich 2013 mit LCHF gestartet bin, war das der Punkt der mich am meisten beschäftigt hat: „Was zum Henker soll ich denn dann morgens essen?“
Vor allem kam ich ja aus der WW-Welt. Da hatte ich gelernt, dass Vollkornbrote super sind. Und Haferflocken. Und Unmengen an Obst.
Ich gebe auch zu, dass ich mein Vollkornbrot mit Marmelade morgens liebte und die Vorstellung, mich davon verabschieden zu müssen, war mir gar nicht geheuer.

Trotzdem entschied ich mich für LCHF und bald entdeckte ich, dass frühstücken ohne KH sehr schmackhaft und vor allem möglich ist!

Eierspeisen

Fangen wir mal mit den Frühstücks-Superstars an: Eiern.
Eier sind so wandelbar. Schon allein die verschiedenen Zubereitungsarten. Man kann sie braten, kochen, pochieren, rühren, im Ofen backen.
Deswegen lieb ich Eier so – kein Wunder, dass sie bei mir regelmäßig auf dem Frühstückstisch landen.
Und zwar so:

  • Weichgekochte Eier mit Mayo (Ja Leute, Mayo! Bei allen anderen Ernährungsformen der Super-GAU, bei LCHF Standardzutat*) oder in Senfsauce
  • Spiegeleier, z. B. mit Bacon** oder einfach mit Käse drüber gestreut oder gerne auch „pur“
  • Omelett – auch so was von wandelbar, man kann es belegen, füllen und einrollen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Rührei – auch hier so viele Variationen. Gemüse durch, Frühlingszwiebeln reinschnippeln, Baconwürfel durch oder Baconstreifen dazu. Auch Räucherlachs passt perfekt zu Eiern.
  • Frühstücksmuffins – über die kleinen Wonneproppen habe ich hier schon mal berichtet
  • Am Wochenende gibt’s auch mal so eine ArtEnglish Breakfast. Also Spiegeleier mit kleinen Würstchen**, Bacon, geschmorter Tomate und geschmorten Pilzen. Der Toast, Kartoffelprodukte, sowie die gebackenen Bohnen werden natürlich weg gelassen.

 

Käse und Co.

Gut, nun möchte man vielleicht nicht jeden Tag Eier essen. Ich will das auch nicht. Abwechslung muss sein.
Also frühstücke ich auch oft recht unspektakuläres Zeugs. Käsewürfel mit Gemüsesticks zum Beispiel. Die Gemüsesticks tunke ich dann gerne in Mayo. (Ja, ich steh echt auf Mayo…)
Oder ich mache mir Salatröllchen. Dazu nimmt man einfach ein schönes, großes Salatblatt und legt z. B. eine Scheibe Käse darauf. Diese bestreicht man z. B. mit Mayo (schon wieder :D) oder sahnigem Frischkäse oder (Kräuter-) Butter oder Crème Fraîche und rollt das ganze dann zu handlichen Zigarren ein.
Viele Leute mögen auch ne Scheibe Salami dazu – aber Salami mag ich überhaupt nicht. Aber Schinken geht natürlich auch.
Man kann auch Salatröllchen mit Frischkäse und Räucherlachs machen.
In so ein Salatblatt lässt sich wirklich alles mögliche wickeln. 😀

 

„Süßes“ Frühstück

Wenn es mich mal packt und ich eher auf „süßliches“ Frühstück Lust habe, dann gibt es auch hierfür Lösungen.
Sahnequark (!) mit Himbeeren zum Beispiel, oder wahlweise statt Quark richtig lecker fettigen 10%igen Joghurt.

Man kann auch Chiasamen über Nacht in Kokosmilch oder Sahne einweichen lassen.
Das ergibtt einen dicklichen Brei, der mir persönlich etwas zu schleimig ist. Ich mag das Mundgefühl nicht. Aber anderen Leuten schmeckt dies hervorragend. Früchte dazu oder ein paar gehobelte Mandeln oder Kokosflocken und schon hat man eine Art Frühstücksbrei.

Auch Waffeln gehen morgens, wenn man sie aus Eiern und Mandelmus herstellt. So wie in diesem Rezept beschrieben. Natürlich darf man diese nicht mit den handelsüblichen Waffeln aus Mehl vergleichen.
Sie schmecken anders, aber gut! Ein paar frische Beeren und einen Klacks Sahne dazu und schon hat man ein leckeres Frühstück.

Pfannkuchen stehen auch ab und an auf meinem morgendlichen Speiseplan. Das habe ich hier schon mal beschrieben: Mjammo!

Bei all diesen Rezepten bzw. Ideen ist es jedem selbst überlassen, ob er Süßungsmittel verwendet oder nicht.
Ich versuche sie zu vermeiden. Ich bekomme von den meisten fiese Blähungen (sorry!) und auch Heißhunger.
Aber dann und wann esse ich sie doch. Ich will ja hier nicht lügen und behaupten, dass mir das Süße überhaupt nicht fehlt! Aber da ich weiß, dass mir Süßungsmittel nicht wirklich gut tun, greife ich nur im alleräußersten Notfall darauf zurück.
Man muss sich auf jeden Fall darüber im Klaren sein, dass Süßungsmittel nicht LCHF sind.

 

LowCarb Brot

Auch hier scheiden sich die Geister, ob LC-Brot noch LCHF ist, oder nicht.
Im ursprünglichsten Sinne von LCHF auf keinen Fall. Schließlich geht es bei LCHF vor allem darum, natürliche, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu sich zu nehmen. Da fallen die Industrie-Eiweißbrote also eigentlich schon mal raus.
Es gibt aber im Internet auch Unmengen an Rezepten für Brot“nachbauten“, die sehr kohlenhydratarm sind.
Ich habe auch schon ein paar ausprobiert, weil ich anfangs „mein geliebtes Brot“ doch vermisst habe.
Mittlerweile habe ich da gar nicht mehr so das Verlangen nach.
Und außerdem wird man mit Mandelmehlen und Co. sowieso nie nah genug an das original „Broterlebnis“ heran kommen. Also, finde ich, kann man es auch gleich lassen.
Wer jetzt enttäuscht ist und sich ein Brotrezept gewünscht hat, dem empfehle ich dieses hier: Petras Brot
Das ist von allen „Nachbauten“, an die ich mich mal gewagt habe, wirklich das Beste.
Es schmeckt gut und ist eine prima Unterlage für Butter, Käse und Wurst. 🙂

Ich habe für mich allerdings festgestellt, dass ich mit Brotnachbauten nicht abnehme. Also wer LCHF auch zur Gewichtsreduktion betreiben möchte, sollte da ein Auge drauf haben.

 

Resteverwertung

Wenn man lange genug LCHF macht, stellt man fest, dass man auch gut die Reste vom Vortag frühstücken kann.
Ich esse zum Beispiel gerne morgens kalten Braten, der vom Vortag übrig geblieben ist.
Oder auch schon mal was warmes, wie Reste eines Currys oder Auflaufs. Oder ich mache mir morgens schon einen Salat mit Oliven und Schafskäse oder so.
Da bin ich ganz unempfindlich.

 

Ihr seht also, abwechslungsreiches Frühstück ist auch mit LCHF möglich.
Man muss sich nur von alten Gewohnheiten verabschieden und vielleicht auch ab und an mal erfinderisch werden.
Vieles lässt sich auch gut vorbereiten und mit zur Arbeit nehmen.
Und wenn da jemand blöd guckt: extra zufrieden in das mit Kräuterbutter bestrichene Stück Braten vom Vortag beißen. *diabolisch grins*

 

Und? Habt Ihr auch noch LCHF-Frühstücksideen? Dann schreibt sie doch in die Kommentare.
Ich freue mich darüber! 🙂

 

*Zur Mayo: am besten ist es natürlich, wenn man selbstgemachte, frische Mayo verwendet. Es gibt supereinfache, gelingsichere Rezepte, die kaum Zeit in Anspruch nehmen.

 

** Zu Bacon und Wurst: hier beim Einkauf unbedingt auf die Zusatzstoffe achten. Oft sind da echt fiese Sachen drin versteckt. Toll ist es, wenn man einen Metzger seines Vertrauens hat, bei dem man weiß, was in der Wurst landet.

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