Der Storch ist multilingual

Nachdem ich mich ja hier letztens schon über die großartigen Sprachgepflogenheiten im Berufsalltag ausgelassen habe, durfte ich mittlerweile lernen, dass es auch in anderen Lebensbereichen besser ist, Grundkenntnisse der englischen Sprache zu haben.

Die Yus waren beim sogenannten „Storchenabend“. Das ist eine Veranstaltung des hiesigen Krankenhauses, bei der werdende Eltern sich informieren lassen und umsehen können.
Man bekommt die gynäkologische Station gezeigt, darf mal in die verschiedenen Kreißsäle linsen und lernt einige der Ärzte, Hebammen und Schwestern schon mal kennen – naja wenigstens flüchtig.

Dieser Abend war wirklich informativ und interessant und die Einrichtung der Kreißsäle hat mir ein wenig den Horror genommen.
Ich hab mir da immer so weiß gekachelte Abscheulichkeiten Marke Schlachterei drunter vorgestellt und war jetzt von der warmen und farbenfrohen Einrichtung sehr übrerrascht.

Jedenfalls gab es erst einen halbstündigen Vortrag über das Krankenhaus, die dort angewandten Methoden und die Ausstattung.
Und dann habe ich einiges gelernt: was man früher mal unter einem „Familienzimmer“ verstanden hat, also wenn der Vater mit der Mutter und dem Baby im Krankenhaus übernachten möchte, wird heute unter dem Begriff „DaddyInn“ geführt.
Klingt doch gleich nach Urlaub, Spaß und Kuscheligkeit, oder? So wie Holiday Inn. Alles flauschig!

Wenn man als frisch gebackene Mutter mal Ruhe braucht und erst mal nicht so viel Besuch sehen möchte, gibt es das sogenannte „Rooming In“.
Was eigentlich nichts weiter heißt, als dass man sich mal ein wenig abschotten und zurückziehen kann.

Die angeschlossene Kinderintensivstation mit ihrer Ausrüstung ist nicht etwa eine Eigenschaft oder ein Vorteil des Krankenhauses, sondern ein „Feature“ geworden. Überhaupt gibt es nur noch Features.

Die Mutter-Kind-Bindung läuft nun auch unter dem Begriff „Bonding“. Macht auch nen Unterschied, ob man nun Bindung oder Bonding sagt, näch.

Herr Yu und ich sind kichernd vom Krankenhaus zurück spaziert und haben uns köstlich darüber amüsiert. 😀

 

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3 Gedanken zu “Der Storch ist multilingual

  1. Moah. Du erscheinst schon wieder nicht in meinem Reader.

    Echt? Selbst auf der Entbindungsstation wird jetzt alles verenglischt? 😀 Das ist bzw. war im Krankenhaus, in dem meine Schwester damals entbunden hat, nicht so.

    Aber stimmt. Man stellt sich alles so schön steril und weiß vor. Ist es aber gar nicht.

    Als meine Schwester damals da lag, in ihren großen, runden, kuscheligen Bett, sind meine Mutter und ich los, weil wir Hunger hatten.

    Hat schon was, auf einer Entbindungsstation Pizza zu mümmeln 😀
    Der werdende Papa, meine Schwester, meine Mutter und ich hatten zu der Zeit echt Spaß. Das kam aber daher, weil meine Schwester da bei jeder Wehe ihr Stück hat fallen lassen 😀 Da war sie schon bei alle 5 Minuten.

    Hast du dich schon für eine Methode entschieden, oder willst du ganz „normal“ entbinden?

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