Miniläum!

Da schau ich heute so in meine Statistiken und stelle fest: der nächste Artikel sollte gut werden, denn es ist der 200ste!

Krassomat! 200 mal hab ich hier schon Stuss, Quatsch, Ernsthaftes, Statistisches, Suchbegriffliches, Leckeres, Genervtes, Trulliges und Gemischtes verbreitet. Und 200 mal haben Bewohner von Bloggopolis (Anm. d. Red. Bloggopolis ist eine Metropole im Staate Internet) sich das auch noch durchgelesen!
Das hätte ich am Anfang nie geglaubt, dass es Menschen geben würde, die meine Gedanken gerne lesen und verfolgen. Als dann die ersten Kommentare etc. ankamen war ich richtig aufgeregt: „Ach Du Kacke, da liest jemand tatsächlich, was Du schreibst! Freuhüpfdoing!“
Und wie toll es ist, andere Abnehmer zu verfolgen, sich auszutauschen, Mut zu machen und gemeinsam zu fluchen, wenn es mal nicht so läuft.
Wie ermutigend zu sehen, dass man nicht die einzige Person ist, bei der nicht immer alles so glatt läuft und anders herum: wie inspirierend zu sehen, dass es Menschen gibt, bei denen es nur so fluppt.
Auch abseits der Abnehmerei, denn die ist ja nicht alles im Leben, es ist für jede Stimmung etwas dabei in Bloggopolis… zum Aufbauen, zum Abschalten, zum Nachdenken, zum Lernen, zum Diskutieren, zum Weinen, zum Lachen, zum Mitfreuen und Mitärgern.

So und nun sitz ich hier und überlege, was ich in dem zweihundertsten Artikel aufregendes schreiben könnte.

Das schreit doch irgendwie nach Rückblick, oder?

Fangen wir doch mal bei meinem Gewicht, oder auch gerne „Rumgedödele“ genannt, an.
Ich hab mal 127 kg gewogen. Schon wieder krassomat! Ich kann mir das gar nicht mehr vorstellen. Und wenn ich alte Fotos sehe, denke ich immer „Wie jetzt? So fett warst Du tatsächlich?!“
Dann frag ich zum Beispiel meine Mutter: „Mama, echt ma, war ich so fett, wie ich auf dem Foto aussehe oder ist das nur unglücklich getroffen?“
Mama antwortet dann meistens: „Hmmmm, ich weiß nicht. Ich weiß es echt nicht. So dick wie auf dem Foto kamst Du mir nie vor!“
Aber wenn man das bei jedem zweiten alten Foto fragen muss…. die können ja nicht alle nur unglücklich getroffen sein, nä?

Wie ich überhaupt so fett werden konnte, weiß ich auch nicht. Das ist immer wieder die eine Frage. Wieso lässt man es überhaupt so weit kommen? Ich kann es Euch nicht sagen. Es ist wohl eine Mischung aus Bequemlichkeit, Gefühlsersatzfresserei, Ignoranz und Verdrängung.
Starke Mechanismen, ich sag’s Euch!
Belächelt niemals jemanden, der „nur“ 3- 5 kg abnehmen will! Diese Leute sind wach und sehen was passiert, sie greifen frühzeitig ein, im Gegensatz zu Wegguckern wie mir.
Gehste halt nicht mehr auf die Waage, dann siehste auch die grausige Zahl nicht mehr.
Trägste halt nicht mehr die Hose, die so kneift, sondern die mit dem hohen Stretchanteil, die von Größe 48 bis 52 alles mitmacht. Passt doch!
Stellste Dich auf Fotos eben immer nach hinten und machst nen langen Hals, damit Du nicht aussiehst wie Porky Pig auf Urlaub.
Geht alles!

Gut, das liegt hinter mir. Ich sage jetzt nicht „hoffentlich“ oder „erst mal“, weil ich davon überzeugt bin, dass das akzeptierte Immerfetterwerden tatsächlich hinter mir liegt. Ich weiß, dass ich dahin nie wieder will.
Und so oft ich mich auch ärgere, dass es nicht vorwärts geht, dass es nur schleppend klappt mit der Abnahme, ich erhalte meine Abnahme immerhin schon lange. Ich nehme ab, halte, nehme dann wieder etwas ab und halte, ich pendle mich runter.

Das sieht dann übrigens so aus:

verlauf

Sehr plateau-ig, was? Immer wieder. Erst Geeiere um die 110 nun um die 107.
Jedenfalls, lieber so, als 30 kg runter – 35 rauf, 40 runter 50 rauf. Oft genug gesehen, gelesen und mitbekommen.
Eile mit Weile!
Das sagt sich jetzt gerade sehr leicht. Ich weiß, dass auch wieder die Tage kommen, an denen ich im Strahl kot*en könnte, weil sich nichts tut. Aber insgesamt bin ich schon dankbar, dass es mittlerweile so ist, wie es ist und behaupte nun mal, dass ich auch stolz auf mich sein kann. So.

Dann der BMI. Der hat sich natürlich auch verändert. Angefangen habe ich mit einem BMI von 46,1. Krassomat die Dritte.
Nun liegt er immerhin schon bei 38,8. Immer noch viel zu hoch, immer noch starke Adipositas. Aber es ist weniger geworden.

Und mit der Abnahme hat sich auch sonst einiges bei mir verändert. Ich bin beweglicher geworden.
Jede kurze Strecke wurde früher mit dem Auto zurückgelegt. Nun gehe ich solche Wege zu Fuß oder radle.
Das klingt banal, aber es war früher undenkbar. Vor allem auch aus Vermeidungsgründen! Irgendwo mit hochrotem Kopf und schwitzend ankommen, weil man von dem Minifußmarsch außer Atem ist? Dann doch lieber bequem anrollen und frisch wie der junge Morgen ankommen.

Treppen! Auch so ein Thema. Ich behaupte nicht, dass ich sie mittlerweile hochsprinte wie ein junges Reh, aber sie machen mir nicht mehr viel aus. Ich stehe nicht kurz vom Kollaps, wenn ich im dritten Stock ankomme und muss mich nicht erst mal auf dem Klo verstecken, bis die Gesichtsröte verschwunden ist und die Atmung sich normalisiert hat.
Das habe ich früher tatsächlich so gemacht. Erst mal irgendwo verstecken, bis man wieder vorzeige-fähig war. Sollte doch keiner denken „Kumma, die Fette, zwei Treppenabsätze und sie kollabiert gleich.“
Traurig, aber wahr.

Was sich auch geändert hat: es gibt nun Kleider in meinem Schrank. So richtig mädchenmäßig. Und ich trage sie.
Und es finden sich auch immer mehr bunte Teile.
Früher war das Kleidungsmotto: schwarz mit schwarz und vielleicht einem fröhlichen schwarzen Akzent.
Ziel war immer: nicht auffallen, eins mit der Wand werden – ich bin gar nicht da!!!
Ich stehe noch immer nicht gerne im Mittelpunkt, aber ich verstecke mich auch nicht mehr. Das habe ich lange genug getan.

Hm, so oft denke ich mir: „Wieso gehts nicht schneller?! Wieso bin ich nicht längst schlank?“ aber nun sehe ich, es hat sich viel getan.
Mit jedem Pfund das geht, finde ich mehr zu mir. Fühle mich gut, werde selbstbewusster und traue mich mehr.

Das habe ich mir schon erarbeitet. Es lohnt sich also dran zu bleiben – egal wie zäh es auch gehen mag.

So, das waren nun meine Gedanken zum Miniläum.

Hier noch ein hochoffizielles Danke an Euch alle, die ihr immer wieder vorbei gesurft kommt, lest, liked und kommentiert.
Ohne Euch wäre dieser Blog nichts. Wirklich: 1.000 Dank!
Ihr rockt!

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4 Gedanken zu “Miniläum!

  1. Herzlichen Glückwunsch zu deinem 200. Beitrag und zu den bisher verlorenen Pfunden!Es ist wirklich erstaunlich, was sich so an Zahlenwerk und ansammelt, wenn man zurückblickt.
    LG Gaby

  2. Hach, ich mag Deine Beiträge. Wieder mal toll beschrieben, wie es uns so geht. Danke dafür. Auf die nächsten 200..- Prost! 😀

  3. DU rockst Yu! Ich bin so stolz auf dich! Und ich prophezeie dir: Ende des Jahres bist du auf jeden Fall ein UHU! Ich freu mich drauf viele viele weitere tolle Posts von dir zu lesen!

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