So viele Wahrheiten…

Ich bin momentan in einer Phase, in der ich an meiner Abnehm-Methode zweifle.
Nicht, weil ich WW per se für schlecht halte, sondern weil mich immer mehr das Gefühl beschleicht, dass es evtl. nicht das Programm für mich ist.

Es gibt zig Teilnehmer des Programms, die super Erfolge haben. Ich habe in meinem Bekannten- und Freundeskreis tatsächlich auch Beispiele, die auf diese Weise gut abgenommen haben. Und nicht nur das! Sie halten Ihre Abnahme auch schon lange und haben das System so weit verinnerlicht, dass es sie nicht mehr „anstrengt“ damit zu leben.

Wenn ich mir diese Leute ansehe, beschleicht mich immer das Gefühl bzw. fängt die Arschlochstimme in mir an zu krakelen, dass ich ein Versager bin, der nichts gebacken bekommt. Warum bekommen andere es so gut auf die Reihe, ich aber nicht? Klar, ich halte auch seit geraumer Zeit mein Gewicht, aber der Weg nach unten erweist sich als mehr als steinig. Ich trete auf der Stelle, die Motivation kommt und geht und es passiert nichts „richtiges“. Fortschritt sieht anders aus.

Nun, wenn man so wie ich, an der selbst gewählten Abnahmemethode zweifelt, fängt man mal an nach links zu gucken und nach rechts.
Und das Fatale: überall gibt es was zu sehen.

Ich fühle mich in etwa so:

Wege

Klar ist, dass man einige Routen nicht einschlagen wird, weil man vom jetzigen Standpunkt aus schon den Wendehammer der Sackgasse sehen kann.
Das sind so Diäten, die für mich nichts mit Ernährung zu tun haben, sondern auf schnelle Erfolge und Null Lerneffekt setzen. Mal ehrlich, mein Leben lang von Pulvern und Shakes leben? Bin ich Astronaut, oder was? Hat meine Raumstation den Kontakt zur Erde verloren und ich drifte auf Ewigkeiten im All herum? Hmm, da ist ja noch ne Tube Brathähnchen. Das wird ein Festschmaus!

Örks. Nee.

Aber die anderen Richtungsweiser? Beschäftigt man sich mit jedem einzelnen davon mal etwas näher, nimmt die Verwirrung nich etwa ab, sie nimmt zu!
Für jeden dieser Wege gibt es Beispiele, bei denen der Weg genau der richtige war. Erfolgsgeschichten noch und nöcher.
Und für sich betrachtet klingt dann jede dieser Ernährungsweisen auch noch total plausibel.
Und dann fängt das Vergleichen an.

Auf Weg 1 muss ich plötzlich das essen, was bei Weg 2 total verpöhnt ist.
Dafür darf ich bei Weg 3 wieder beides, aber nicht auf einmal.
Dann ist da noch Weg 4, der wieder komplett anders argumentiert und der -in sich- auch wieder logisch klingt.

Und ich stehe weiterhin da, mit Fragezeichen um  den Kopf und frage mich: „Welches ist mein Weg?! Wieviele muss ich ausprobieren, bis ich meinen Weg, den, den ich gerne für immer und ewig gehen will gefunden hab?“

 

Ich glaub, ich brauch ein Navi!

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12 Gedanken zu “So viele Wahrheiten…

  1. Hast du dich schon mal gefragt, wieso es so viele Diäten gibt? Die Antwort liegt auf der Hand 😉

    Wenn du gar nicht weißt wie es weiter gehen soll, dann geh zum Arzt, oder lass dich von einem Ernährungsberater aufklären. Zusammen entwickelt ihr dann ein auf dich abgestimmtes Konzept.

    Nur nicht stehen bleiben *knuddel*

    • Sicher ist mir klar, dass es so viele Wege gibt, weil eben jeder anders ist. 🙂
      Die Frage ist ja im Prinzip auch: welcher Typ bin ich eigentlich?

      Stehen bleibe ich nicht, ich geh auch nicht zurück.
      Ich suche einfach noch. 🙂

  2. Neee. Es gibt so viele, weil die meisten nicht funktionieren 😀 Ich drück dir die Daumen, dass du bald was passendes findest.

  3. Ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen, das ist ein beschissene Situation. Es bringt ja auch nix, jedes Programm mal „auszuprobieren“.
    Versuch dir doch mal genau zu überlegen, auf was du auf gar keinen Fall verzichten kannst und welche Umstellung am wenigsten kompliziert für dich ist. Du hast dich ja anscheinend schon mit vielem im Ansatz auseinandergesetzt. Wenn du wahnsinnig gerne Brot/Nudeln etc. isst wird LCHF wohl eher nicht das richtige sein. Und wenn du gerne zwischendurch mal eine Kleinigkeit isst wirst du mit SiS weniger anfangen können. Etc.
    Wie wäre es denn, einfach mal eine Liste zu machen mit allen Diäten und Für und Wider aufzuschreiben? Im Endeffekt geht es ja darum, etwas zu finden, was zu DIR passt.
    Moppilinas Idee mit der Ernährungsberatung ist bestimmt auch nicht schlecht. In vielen Städten gibt es Stellen, die Beratungen anbieten, die teilweise von der Krankenkasse unterstützt werden.
    Du packst das, ich bin mir da ganz sicher! 🙂

    • Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber mich durch einen Ernährungsberater leiten zu lassen, oder meinen Arzt damit aufzusuchen, das möchte ich irgendwie nicht.
      Ich befürchte, dass ich dann wieder nur eine neue Methode aufgedrückt bekommen würde, einen Standard, den derjenige eben gerne empfiehlt.
      Und ich gebe auch zu, dass da ein bisschen (falscher) Stolz mitschwingt. Andere schaffen es ja auch, abzunehmen, das ist ja offensichtlich keine Wissenschaft.
      Vielleicht ist es auch das. Zu viel denken, eine Wissenschaft draus machen, anstatt einfach mal zu machen und sich nicht zu verkopfen.

      Man mag von WW-Coaches halten was man will, aber ich hatte mal einen, der immer sagte „Sie sind ihr eigener Experte. Sie kennen sich am besten.“ und das ist mir im Kopf hängen geblieben, weil ich da viel Wahres drin sehe.
      Jetzt muss mein ureigenster innerer Experte nur noch herausfinden, wie gut er mich wirklich kennt.
      Wer weiß, was er noch neues entdeckt..

      Die Idee, mal pro und contra aufzuschreiben und abzuwägen ist ein guter Impuls! Das werde ich mal machen.

      Danke für die Idee!

  4. Mir geht es ähnlich wie Dir.. Ich bin zwar echt gut am Abnehmen, bin mir aber noch nicht klar, was nach der Abnahme ist.. Ich glaub, WW OHNE Punktezählen find ich ganz gut. 😀 So von dem was mir am meisten liegt, kommt LCHF mir am nächsten. Aber wie Du schon sagst, auch da gibt es einen Haken. Ich könnte wahrscheinlich auf Brot/Nudeln verzichten (da gibt´s ja auch Alternativen, Oopsies etc..), aber ich mag nicht 5 Kilo zunehmen, nur weil man mal 2 Tage Kuchen gegessen oder am Nutellaglas genascht hat..
    Am liebsten wäre mir, wenn es mit 3 x Sport in der Woche und etwas auf die Ernährung achten klappen würde.. Seufz..

  5. Liebe Frau Yu! Erst mal danke für deinen Kommi heute. *drück*
    Dann zum Thema:
    Ich hab mich damit nach unendlicher Diätenkarriere und WW bis zum Erbrechen natürlich mit ebendieser Frage herumgewälzt. Klar. Eine eindeutige Antwort habe ich noch nicht- aber zumindest den Schimmer, dass ich meinen Weg gefunden habe.
    Wichtig war dabei für mich zu erkennen, dass ich ein emotionaler Esser bin (essgestört) und dass ich keine Diät im herkömmlichen Sinne machen will. Denn dann ist ja vorprogrammiert, dass ich irgendwann wieder fett werde.
    So geschehen 2006 nach WW und 35 kg Abnahme.
    Dass LCHF mein Weg ist, wusste ich kurz nachdem ich es angefangen hatte. Vorher war das für mich auch nur einer der unzähligen Wegweiser.
    LCHF hat meine Eßstörung bis auf ganz wenige Momente „geheilt“ (auch wenn es natürlich murphys law ist, dass ich gerade heute einen Art Rückfall-Post einstelle 😀 ). Ich kann mir zum ersten Mal ein meinem Leben vorstellen, diese Ernährung beizubehalten, weil sie mich satt und zufrieden und normal-essend macht.
    Auch wenn ich mir 2 Monate zuvor niemals vorstellen konnte, auf Nudeln/Reis/Brot/Schoko etc zu verzichten.
    Jetzt kann ich es.
    Vielleicht muss ich nach Erreichen meines Ziels die Zügel nicht mehr ganz stramm halten. Vielleicht gibt es dann ein wenig Spielraum. Mal sehen.
    Damit will ich dich nicht zu LCHF drängen *ehrlisch*, sonder dich ermutigen, nach dem für immer gehbaren Weg zu suchen. Nach dem, was dich zufrieden macht. Was den wenigsten Widerstand erfordert.
    Vielleicht auch die Augen offen zu halten, ob eine Essstörung vorliegt. Dann hat man es mit vielen Abnehmmethoden schwer. WW zB fördert in meinen Augen nur die Essstörung.

    Du findest deinen Weg. Aber ich befürchte, du musst probieren!

    • Hach Inka, Ich bin mir sicher, ich bin essgestört. Ich bin, ebenso wie Du, ein emotionaler Esser.
      Unter Stress oder an schlechten Tagen, ist dieses Belohnungsessen in mir ganz tief verankert.
      „Heute war so ein scheiß Tag, dafür entschädigst Du dich nun erst mal mit nem Becher Ben&Jerry’s! Heute ist das OK. Heute ist es das, was Du brauchst.“
      MUMPITZ! Wie könnte man Eis brauchen? Anerzogenes Tröstessen!

      Und wie ich in meinem Kommentar bei Dir heute auch schon schrieb, lege ich ganz klar Suchtverhalten an den Tag. Es ist furchtbar.

      Dann wieder lese ich, gerade sehr oft bei LCHF, dass Menschen ihren Süßhunger damit unter Kontrolle bekommen haben, dass sie nicht mehr um den Süßigkeitenschrank zombinieren und vor dem Kühlschrank grasen, obwohl sie gerade erst ne gute Portion Abendessen hatten.
      Das gibt mir dann zu denken.
      Kann ich auf KH verzichten? Ich kann es mir nicht vorstellen, aber genau das wiederrum lese ich bei so vielen LCHF-lern, dass sie sich das auch nie vorstellen konnten und es dann doch nahezu problemlos geht.

      *Ächz*

      Ja, ich werde rumprobieren müssen.
      Und ja, ich gebe Dir auch Recht, dass WW Essstörungen fördern kann, weil da irgendwie doch immer nach Maximalprinzip gegessen wird. Mit den gegebenen Punkten maximale Esslust erreichen. Möglichst viel Essen für wenig Punkte. Das ist so gefährlich. :-/

      Ich muss mich finden. Ich werde mich finden. So.

      • Immer diese Scheiß-Finderei, oder?!?!? Als hätt man nix andres zu tun.
        Ich wünsch dir auf alle viel viel Glück beim Suchen. Und wenn du mal einen LCHF Berater brauchst- 🙂 du weisst ja, wo du mich findest!

  6. Wenn ich bei WW keinen oder wenig Erfolg hatte, dann wusste ich normalerweise insgeheim auch warum… Auch wenn mm dasanderen gegenüber nicht immer zugegeben hat. Mangelnder Erfolg war letztlich auh immer mangelnde Motivation oder Disziplin und bei diesen Symptomen krankt vermutlich jede Diät oder jedes Ernährungsprogramm.
    Also versuch Dich neu zu motivieren! Probier was neues aus (zB sattmacher-tag oder geh mal wieder zu einem Treffen oder in eine Neue Gruppe) oder setz dir ein neues Ziel oder probier einen neuen Sport… Motivation ist der Schlüssel! Aber bei Gott auch nicht einfach!
    Viel Erfolg!

    • Danke für Deine Tipps. 🙂
      Es ist nicht so, als ob ich das nicht alles schon probiert hätte.
      Die Gruppenzeiten hier passen leider nicht zu meinen Arbeitstagen und da wird ja auch nur ProP**nts gemacht. Mit dem Programm nehme ich gar nicht ab. Deswegen bin ich ja wieder zu Flex übergegangen.
      Ich suche mir immer neue Ziele, auf die ich hin arbeiten kann. Seien es Kleidungsstücke, Gewichtshürden, sportliche Ziele.

      Ich gebe auch offen zu, wenn ich einfach rumschlampe und nicht im Programm bin.
      Das kannst Du mir glauben.

      Aber meiner Meinung nach liegt hier ein Katze-Schwanz-Problem vor.
      Da das Programm evtl. nicht das richtige für mich ist, ist es schwer mich zu motivieren/disziplinieren.
      Dadurch nehme ich nicht ab, falle aus dem Programm, rege mich auf, gehe irgendwann zurück ins Programm und der Quatsch geht von vorne los.
      Ich mache dann ein paar Tage alles perfekt, dann gehts mir auf den Sack, der Heißhunger kommt, ich finde alles schrecklich und unfair und finde mich Bonbons-essend auf dem Sofa wieder.
      Und das soll für immer so weiter gehen? Ich muss ja ein Programm / einen Weg finden, der mich nicht regelmäßig verzweifeln lässt.
      Ich will einen Weg finden, den ich auch nach der Abnahme gerne weiter gehe, den ich beibehalten kann.

      Klar, Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg. Aber dazu braucht es ein Programm, das einen auch motiviert.

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